Krankheit & Behandlung

Hausmittel gegen Insektenstiche

Mit Hausmitteln gegen Insektenstiche gut gerüstet in den Sommer

Die Sommerzeit gilt als die schönste Zeit des Jahres! Leider können Insekten den gemütlichen Grillabend mit Freunden oder den Familien-Ausflug an den See ganz schnell verleiden. Die AOK PLUS – Ihre Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen – gibt Tipps und Tricks, wie Sie Insektenstiche vermeiden und welche Hausmittel im Notfall wirksam sind.

Die warme Jahreszeit genießen – trotz Insekten

Wenn die Tage wieder länger und wärmer werden, steigt auch die Gefahr von Insektenstichen. Diese können stark jucken, anschwellen und sich entzünden. In einigen Fällen kommt es sogar zu einem schweren allergischen Schock.

Wespenstiche, Bienenstiche, Hummelstiche und Hornissenstiche verursachen häufig Schmerzen und jucken im späteren Verlauf. Allergische Reaktionen durch Hornissen- oder Hummelstiche sind seltener, denn diese Insekten sind friedliebend und stechen nur bei Gefahr zu. Ein Bienenstich ist schmerzhafter als ein Wespenstich. Dies liegt daran, dass die Bienen ihr gesamtes Gift mit einem Stich injizieren – die Wespen teilen ihr Gift auf mehrere Stiche auf. Beim Stich durch eine Biene bleibt der Stachel in der Stichstelle stecken und die Biene stirbt. Die Wespe dagegen zieht ihren Stachel wieder heraus und lebt weiter.

Mücken und Bremsen durchdringen die obere Hautschicht mit ihrem Saugrüssel. Anschließend saugen sie Blut und pumpen gleichzeitig gerinnungshemmenden Speichel in ihren Wirt. Die Inhaltsstoffe des Speichels bewirken eine Schwellung und einen Juckreiz. Bremsen haben einen großen Saugrüssel und ihre Stiche verursachen daher größere und schmerzhaftere Quaddeln als Mückenstiche. Die Quaddeln sind in der Regel rot und das Einstichloch ist zu sehen.

Mücken bevorzugen meist die Dämmerung oder die Nacht, während viele andere Insekten wie Wespen und Bienen vor allem tagsüber aktiv sind. Mücken legen ihre Eier dort ab, wo es stehendes, nährstoffreiches Wasser gibt. Das kann ein See oder Teich sein, aber auch eine Pfütze oder das Wasser in einer Regentonne. Daher verbreiten Mücken sich gerade bei warmfeuchtem Wetter sehr stark.

Lassen Sie es am besten gar nicht erst zum Stich kommen!

Um Stiche von Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen zu vermeiden, sollten Sie in ihrer Nähe keine hastigen Bewegungen machen und nicht nach ihnen schlagen oder pusten. Denn diese Insekten stechen nur, um sich zu verteidigen. Um die Tiere nicht anzulocken, sollten Sie beim Picknick oder Grillabend süße Speisen und Getränke, aber auch Fleisch und Wurst, abdecken. Bitte trinken Sie nie direkt aus Flaschen oder Dosen, denn Stiche in Mund und Rachen können lebensbedrohlich sein. Vorsicht ist auch beim Blumenpflücken, Obstauflesen oder Barfußlaufen im Gras geboten. Bringt man versehentlich ein Insekt in Bedrängnis, sticht es meist zu.

Im Gegensatz zu Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen, haben es Mücken und Bremsen gezielt auf uns abgesehen, da sie sich von unserem Blut ernähren. Im Freien schützen lange, helle Kleidung, Strümpfe und Schuhe sowie das Auftragen von Insektenschutzmitteln. Öffnen Sie abends erst die Fenster, wenn alle Lichtquellen im Zimmer gelöscht sind, so dass keine Mücken angelockt werden. Im Haus können an den Fenstern Fliegengitter und über dem Bett ein Moskitonetz angebracht werden.

Spezielle Duftkerzen, Räucherstäbchen oder ähnliche Insekten abwehrende Hilfsmittel können dazu beitragen, Insekten fernzuhalten. Auch mit ätherischen Ölen angereicherte Duftschalen können das Eindringen von Stechinsekten verhindern. Gerüche, die von Insekten gemieden werden, sind

  • Basilikum
  • Citronella
  • Geranie
  • Lavendel
  • Lemongrass
  • Rosmarin

Wenn es doch passiert ist – was tun nach einem Insektenstich?

Nach einem Insektenstich sollten Sie dem Drang widerstehen, an der betroffenen Stelle zu reiben oder gar zu kratzen. Ansonsten können Bakterien in die offene Wunde gelangen und zu Infektionen führen.

Versuchen Sie außerdem abzuklären, welches Insekt zugestochen hat. Bei einer Biene muss zum Beispiel unter Umständen noch der Stachel entfernt werden. Achten Sie dabei darauf, den Stachel nicht zu zerquetschen – damit drücken Sie das Gift erst recht in die Wunde hinein. Benutzen Sie deshalb am besten nicht die Finger, sondern kratzen Sie den Stachel mit den Fingernägeln seitlich heraus.

Anschließend können Sie die Einstichstelle kühlen. Dies ist eine wirksame Methode gegen Schwellungen, weil sich dadurch die Gefäße zusammenziehen. Dadurch können Sie kurzfristig Schmerzen und Juckreiz lindern. Dafür eignen sich beispielsweise Kühlpads, ein kühler Umschlag mit feuchten Tüchern oder Eiswürfel. Wenn Sie einen Mückenstich mit Eis behandeln, sollten Sie jedoch als Schutz ein dünnes Tuch dazwischen legen, um Erfrierungen der Haut zu vermeiden.

Nichts ist lästiger als Insektenstiche im Sommer. Die AOK PLUS verrät Ihnen die besten Trick und Hausmittel gegen Insektenstiche!
Nichts ist lästiger als Insektenstiche im Sommer. Die AOK PLUS verrät Ihnen die besten Trick und Hausmittel gegen Insektenstiche!

Aber auch Wärme hilft bei Wespen-, Bienen- und Mückenstichen. Durch die Hitze können Eiweiße, die mit dem Insektenstich in die Haut gelangen und den Juckreiz auslösen, zerstört werden. Eine Wärmebehandlung kann mit elektronischen Stichheilern erfolgen, die in Apotheken erhältlich sind. Alternativ können Sie auch einen Löffel erwärmen und anschließend etwa 10 bis 60 Sekunden auf die Einstichstelle drücken. Aber Vorsicht: Der Löffel darf nicht so heiß sein, dass Sie sich verbrennen. Sie sollten den Löffel gerade noch anfassen können. In Drogerien und Apotheken gibt es außerdem Cremes, Pflaster, Salben und Gels, um Wespen-, Bienen- und Mückenstiche zu behandeln. Um herauszufinden, welches Mittel für Sie am besten geeignet ist, sollten Sie einen Arzt oder Apotheker befragen.

Was Oma schon wusste – die besten Hausmittel gegen Insektenstiche im Überblick

Es gibt aber auch eine Vielzahl an Hausmittel, mit denen Sie gegen Insektenstiche vorgehen und diese behandeln können. Einige davon, die wirklich helfen, haben wir für Sie zusammengetragen:

Zwiebel

Ein wahrer Alleskönner unter den Hausmitteln ist die Zwiebel. Die Schwefelverbindungen aus dem Zwiebelsaft wirken beruhigend und antibakteriell. Juckreiz und Rötung werden effektiv gelindert. Wichtig ist, dass Sie möglichst viel Zwiebelsaft auf die Einstichstelle auftragen. Den bekommen Sie, indem Sie eine Zwiebel halbieren und anschließend die Schnittfläche gitterförmig einschneiden. Dann können Sie den Saft ganz leicht herausdrücken. Alternativ reiben Sie die betroffene Stelle einige Minuten lang mit einer halbierten Zwiebel ein.

Essig

Ein Klassiker ist auch der Essig. Fruchtsäure und ätherische Öle kühlen und wirken entzündungshemmend. Bei aufgekratzten Mückenstichen kann ein kühlender Essigumschlag (1 Teil Essig auf 2 Teile Wasser) wahre Wunder wirken. Geeignet sind Weinessig, Apfelessig oder Kräuteressig.

Salz

Salz hat sich als akutes Hausmittel gegen Insektenstiche bewährt. Dafür vermischen Sie das Salz mit etwas Wasser, bis ein zäher Brei entsteht. Diesen tragen Sie dann direkt auf den Insektenstich auf. 

Alkohol

Alkohol kann den Insektenstich desinfizieren. Außerdem entzieht er dem Gewebe Flüssigkeit und wirkt dadurch abschwellend. Zur Anwendung geben Sie etwas Alkohol aus der Apotheke oder hochprozentigen klaren Schnaps auf einen Waschlappen und legen diesen für etwa eine halbe Stunde auf den Stich.

Zitrone

Auch eine Scheibe Zitrone eignet sich als Hausmittel gegen Insektenstiche, wenn Sie sie auf die betroffene Stelle legen. Sie kühlt nicht nur, sondern wirkt auch desinfizierend und beruhigend.

Quark

Quark ist ein altbekanntes Hausmittel zum Kühlen und Beruhigen gereizter Haut. Er lindert die Schmerzen und baut die Entzündung ab. Geben Sie etwas gekühlten Quark auf eine Kompresse und legen diese so lange auf den Stich, bis der Quark angetrocknet ist.

Kamille

Die ätherischen Öle verleihen der Kamille entzündungshemmende Kräfte und machen sie damit zum perfekten Hausmittel gegen Insektenstiche. Legen Sie einen abgekühlten, nassen Kamillentee-Beutel auf den Insektenstich, werden Sie recht bald eine Linderung der Beschwerden verspüren. Kamille wirkt beruhigend, desinfizierend und heilend.

Knoblauch

Der Wunder-Wirkstoff im Knoblauch heißt Alliin. Das ist der Pflanzenstoff, der dem Knoblauch seinen typischen Geruch verleiht. Bei Insektenstichen hilft er aber auch, die Schwellung abklingen zu lassen und den Juckreiz zu lindern. Hacken Sie eine Knoblauchzehe klein und geben Sie sie für ungefähr 10 Minuten auf die betroffene Hautstelle.
Übrigens: Der intensive Duft wirkt außerdem vorbeugend – er vertreibt Mücken und andere Insekten.

Honig

Honig enthält ein natürliches Antibiotikum, sogenannte Antioxidantien. Wenn ein Mückenstich so sehr juckt, dass Sie daran herumkratzen, helfen diese, die offene Wunde vor bakteriellen Infektionen zu schützen. Träufeln Sie ein bis zwei Tropfen auf die Kratzstelle und massieren Sie den Honig sanft ein.

Weißkohl

Im Kohl sind jede Menge abschwellende Schwefelstoffe enthalten, die bei Insektenstichen entzündungshemmend sowie schmerzstillend wirken. Zerkleinern Sie dafür die Blätter und zerstampfen Sie sie zum Beispiel mit einem Mörser und Stößel. Den austretenden Saft tupfen Sie dann auf den Insektenstich. Alternativ können Sie fertig gepresste Säfte im Reformhaus kaufen. Auch diese eignen sich als Hausmittel gegen Insektenstiche.

Zahnpasta

Ein stets verfügbares Hausmittel gegen Mückenstiche ist Zahnpasta. Sie enthält ätherische Öle, die eine kühlende Wirkung haben und den Juckreiz lindern. Legen Sie die Zahnpasta vor der Verwendung in den Kühlschrank, damit der Stich gut gekühlt wird. Tragen Sie sie dann dick auf den Insektenstich auf. Nach einigen Minuten bildet sich eine Kruste. Dadurch wird der Mückenstich ausgetrocknet und die entzündungshemmende Wirkung kann sich entfalten.

Speichel

Das wohl bekannteste Hausmittel, um dem Juckreiz nach einem Insektenstich Herr zu werden, hat wirklich jeder immer dabei: der Speichel aus unserem Mund. Seine antibakterielle Wirkung kann dabei helfen, dass der Stich schnell wieder abschwillt. Zudem kühlt er die Einstichstelle und lindert das Brennen der Wunde – wenn auch nur kurzfristig.

Gänseblümchen

Wenn man in der Natur unterwegs ist, kann auch das Gänseblümchen für unkomplizierte Hilfe sorgen. Es wächst fast überall, wo es Gras gibt. Das Gänseblümchen enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherische Öle, die entzündungshemmend wirken können. Zerreiben Sie Blüten, Stiele und Blätter und geben Sie den Saft auf die Stichstelle.

Bei ersten Anzeichen für eine Allergie – sofort zum Arzt!

Einige empfindliche oder allergisch vorbelastete Menschen sind anfällig für eine Insektenstichallergie. Darunter versteht man eine allergisch bedingte Überempfindlichkeit des Körpers gegen das Gift bestimmter Insekten: Die Abwehrzellen unseres Körpers melden dem Immunsystem die fremden Stoffe. Unser Immunsystem stuft diese als bedrohlich ein. Als Folge dieser Fehlinformation schüttet der Körper körpereigenes Histamin aus, das an der Abwehr von körperfremden Stoffen beteiligt ist. Durch diese Immunreaktion kann es zu zahlreichen, zum Teil sehr gefährlichen Symptomen kommen.

Schon bei ersten Anzeichen für eine allergische Reaktion sollte man vorsichtig sein, denn hier reicht eine normale Behandlung – beispielsweise mit Hausmitteln – nicht mehr aus. Suchen Sie in einem solchen Fall unverzüglich einen Arzt auf! Bei Allergikern kann das Insektengift Ausschläge am ganzen Körper und sogar einen lebensbedrohlichen Kreislaufzusammenbruch, den sogenannten allergischen bzw. anaphylaktischen Schock, auslösen.

Anzeichen für eine schwere allergische Reaktion sind

  • an Augen, Nase, Mund und Rachen: Juckreiz, Kribbeln, Brennen, Niesen, Fließschnupfen, verstopfte Nase, Schwellung der Schleimhäute, Enge-Gefühl im Hals, Luftnot durch Schwellung im Rachen
  • an der Haut: Juckreiz, Rötung, Nesselausschlag, Quaddeln, Schwellungen
  • an den Atemwegen: Husten, Heiserkeit, pfeifende Atmung, Atemnot
  • an Magen und Darm: Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Blähungen, Durchfall
  • den Kreislauf betreffend: Schwindel, Benommenheit, Bewusstseinseintrübung, Bewusstlosigkeit

Das größte allergene Potenzial haben Wespenstiche. Aber auch Bienen-, Hornissen- oder Hummelstiche können eine allergische Reaktion hervorrufen. Dies kommt jedoch seltener vor. Manche Komponenten des Speichels, die bei einem Bremsen- oder Mückenstich auf den Menschen übertragen werden, führen ebenfalls zu einer allergischen Reaktion.

Besondere Vorsicht ist bei einem Insektenstich im Ausland geboten. In warmen Ländern können Stechinsekten heimisch sein, deren Gift eine unbekannte Wirkung entfaltet. Seien Sie vorsichtig und gehen Sie im Zweifelsfall sofort zu einem Arzt oder ins Krankenhaus.

Wenn Sie bereits wissen, dass Sie Allergiker sind, sollten Sie stets Notfallmedikamente sowie einen Allergiepass bei sich haben. Außerdem könnten Sie darüber nachdenken, Ihre Insektenstichallergie durch eine Hyposensibilisierung in den Griff zu bekommen. Hierbei werden Ihnen die Allergene regelmäßig in niedrigen Dosen verabreicht und die Dosis wird schrittweise gesteigert. Auf diese Weise wird das Immunsystem an die Allergene gewöhnt, so dass im Idealfall keine Krankheitssymptome mehr auftreten. Bei einer Insektenstichallergie ist diese Behandlung besonders effektiv und die Erfolgsquote sehr hoch.

Gut gerüstet und mit etwas Vorsicht im Gepäck, können Sie Ihre Freizeit in der Natur ganz entspannt genießen. Die AOK PLUS – Ihre Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen – wünscht Ihnen eine beschwerdefreie Sommerzeit!