Krankheit & Behandlung

Salmonellen

Salmonellen – die unsichtbare Gefahr beim Essen

Salmonellen sind zwar – zum Glück! – nicht in aller Munde, aber doch allzeit präsent. Schließlich kann die unsichtbare Gefahr immer und überall lauern, insbesondere im Essen. Damit Sie sich optimal vor einer Infektion schützen können, bietet die AOK PLUS wertvolle Informationen rund um den Krankheitserreger.

Was genau sind Salmonellen überhaupt – und was bewirken sie?

Bei Salmonellen handelt es sich um Bakterien, die weltweit zu finden sind und zu den häufigsten bakteriellen Durchfallerregern gehören. Ihr natürlicher Lebensraum ist der Magen-Darm-Trakt verschiedener Tierarten. Deshalb sind sie primär in Lebensmitteln, die aus Nutztieren erzeugt werden, zu finden. Vor allem eihaltige Speisen und rohes Fleisch (z. B. Hackfleisch) bergen das Risiko einer durch Salmonellen verursachten Magen-Darm-Infektion.

Das liegt an der außerordentlichen Widerstandsfähigkeit dieser Bakterien: Während viele andere Krankheitserreger nur unter bestimmten Voraussetzungen überleben, sind Salmonellen echte Überlebenskünstler. Sie fühlen sich bei 10°C ebenso wohl wie bei 40°C und sterben selbst bei Minustemperaturen nicht ab. Sogar im eingetrockneten Zustand können sie jahrelang überleben. Um die Gefahr zu bannen, müssen Lebensmittel ausreichend erhitzt werden – und zwar mindestens zehn Minuten bei mindestens 70°C. Die Hauptursache einer Salmonelleninfektion ist somit der Verzehr nicht ausreichend erhitzter Speisen.

Ursachen: Wo, wann und wie können Salmonellen übertragen werden?

Wenngleich Salmonellen, die über den Mund in den Körper gelangen, grundsätzlich auch über Kontakte mit Tieren oder Menschen übertragen werden können: Die Hauptursache einer Infektion liegt im Verzehr kontaminierter Lebensmittel, die vor dem Genuss nicht ausreichend erhitzt oder gar roh gegessen werden. Zum Beispiel:

  • rohes Fleisch
  • Rohwurst
  • Eier und eihaltige Produkte wie z. B. Mayonnaise (roh oder nicht genügend gegart)
  • Feinkostsalate mit Mayonnaise oder anderen emulgierten Soßen
  • Backwaren mit nicht durcherhitzter Füllung
  • Milch und Milchprodukte, insbesondere Milchspeiseeis
  • geschnittener, abgepackter Salat

Weitere Übertragungswege:

  • Ansteckung von Mensch zu Mensch durch Schmierinfektion: Wenn nach dem Stuhlgang die Hände nicht gründlich gewaschen werden, können – z. B. bei der Essenszubereitung – die Bakterien aus dem Darm in die Nahrung gelangen. Deshalb ist die Infektionsgefahr in Ländern, in denen die Hygienestandards niedrig und die Temperaturen hoch sind, besonders groß.
  • Ansteckung von Tier zu Mensch durch direkten Kontakt – zum Beispiel beim Streicheln eines Haustieres (insbesondere Reptilien), bei dem die Erreger mit den Ausscheidungen ins Fell oder auf die Haut gelangt sind.
  • Ansteckung über verunreinigte Oberflächen: Beispielsweise befinden sich die Erreger besonders häufig im Auftauwasser von tiefgekühltem Fleisch. Durch den Kontakt mit verunreinigten Arbeitsplatten können somit auch Lebensmittel außerhalb der eigentlichen Risikogruppe zur Infektionsquelle werden.

Symptome: Wodurch äußerst sich eine Salmonellenerkrankung?

Da die Salmonellose eine Magen-Darm-Erkrankung ist, äußert sich diese üblicherweise durch plötzlich eintretenden Durchfall. Häufig wird dieser von Unwohlsein, Schwäche, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Kältegefühl begleitet. Gelegentlich kann es auch zu Erbrechen und/oder Fieber kommen.

Inkubationszeit und Krankheitsdauer: Wann und wie lange treten die Beschwerden auf?

Ob im Urlaub oder daheim: Salmonellen können überall lauern und eine (lebensgefährliche) Salmonellose auslösen. Die AOK PLUS bietet wertvolle Informationen, damit Sie sich optimal gegen diese Krankheitserreger schützen können!
Ob im Urlaub oder daheim: Salmonellen können überall lauern und eine (lebensgefährliche) Salmonellose auslösen. Die AOK PLUS bietet wertvolle Informationen, damit Sie sich optimal gegen diese Krankheitserreger schützen können!

Von der Ansteckung bis zur Erkrankung geht es ziemlich schnell: Nach dem Kontakt mit dem Erreger dauert es in der Regel etwa 12 bis 36 Stunden, bis die ersten Beschwerden auftreten. Glücklicherweise halten diese im Normalfall nicht lange an. Manchmal ist die Krankheit schon nach einigen Stunden überwunden, manchmal dauert es ein paar Tage.

Behandlung: Welche Therapien gegen Salmonellose gibt es?

In den meisten Fällen ist keine ärztliche Behandlung erforderlich: In der Regel braucht der Körper nur Ruhe, Erholung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Durchfälle und ggf. Erbrechen gehen mit einem erheblichen Flüssigkeitsverlust einher. Neben dem hierdurch entstehenden Flüssigkeitsmangel kann es zu weiteren Mangelerscheinungen kommen, da mit der Flüssigkeit auch wichtige Elektrolyte aus dem Körper geschwemmt werden. Dagegen helfen Getränke mit spezieller Elektrolytmischung oder ein selbstgemachter Tee aus kochendem Wasser, frisch gepresstem Orangensaft, Traubenzucker und Salz. Zum Essen empfiehlt sich Schonkost, um Magen und Darm nicht unnötig zu belasten.

Sollte sich der Zustand dennoch nicht bessern oder gar verschlimmern, ist selbstverständlich – wie bei allen gravierenden Beschwerden – ein Arzt zu konsultieren. Dieser wird abklären, ob ein Antibiotikum oder gar eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist. 

Gut zu wissen: An Salmonellen erkrankte Personen scheiden noch wochenlang Keime über den Darm aus, Kinder sogar bis hin zu einem halben Jahr. Um einer Weiterverbreitung vorzubeugen, sollte nach einer Infektion auf besonders gründliche Händewaschen nach dem Stuhlgang geachtet werden. Laut Infektionsschutzgesetz unterliegen Salmonellosen der Meldepflicht. Denn nur so kann das Gesundheitsamt ggf. die Infektionsquelle (z. B. Werkskantine, Schulküche) ermitteln und weiteren Ansteckungen vorbeugen. Erkrankt ein Kind unter sechs Jahren, müssen alle besuchten Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergarten, Schule) umgehend von den Eltern benachrichtigt werden. Die Rückkehr des betroffenen Kindes in gemeinschaftliche Einrichtungen ist erst nach vollständiger Genesung und Absprache mit dem Gesundheitsamt erlaubt.

Salmonellose: Welche Risiken und Komplikationen gibt es?

Auch wenn eine Infektion grundsätzlich eher harmlos ist und meist so schnell vorbeigeht, wie sie gekommen ist: Manchmal wird ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Vor allem für besonders junge, ältere oder geschwächte Menschen kann eine Salmonellose lebensgefährlich werden. Das liegt an dem enormen Flüssigkeitsverlust, weil dadurch der Elektrolythaushalt beeinträchtigt wird. Das kann bei schwerem Krankheitsverlauf zum Kreislaufkollaps oder Nierenversagen führen. Auch kann es durch Salmonellen zu einer Blutvergiftung kommen, also zu einer lebensbedrohlichen Sepsis.

Aus diesen Gründen sollte bei Erkrankungen von Menschen mit erhöhtem Risiko (Kinder, Senioren, chronisch Kranke) unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Selbiges gilt – genau wie bei allen anderen gesundheitlichen Problemen – bei besonders heftigen oder andauernden Beschwerden und/oder hohem Fieber.

Achtung: Neben einer akuten Enteritis kann eine Salmonellenvergiftung auch zu Typhus führen. Diese Krankheit beginnt schleichend, wobei die ersten Symptome bis zu 60 Tage nach Infektion auftreten können. Sie äußert sich durch (oftmals hohes) Fieber und die für Typhus typische grau belegte Zunge. Weitere charakteristische Anzeichen sind Hautausschlag, eine geschwollene Milz und veränderter Stuhl von Verstopfung bis zu breiartigem Durchfall. Unbehandelt kann Typhus tödlich verlaufen.

Vorbeugung: Wie können Sie sich vor Ansteckung schützen?

  • konsequentes Händewaschen vor der Essenszubereitung
  • für Gemüse und Fleisch niemals dasselbe Schneidebrett verwenden und alle Unterlagen gründlich mit heißem Wasser reinigen
  • gekühlte Lebensmittel beim Einkaufen mit Kühltasche transportieren und schnellstmöglich in den Kühlschrank legen; Speiseeis nach dem Antauen nicht erneut einfrieren
  • risikoreiche Lebensmittel nach Möglichkeit für mindestens 10 Minuten bei über 70 Grad Celsius erhitzen
  • warme Speisen nicht lange stehenlassen, sondern innerhalb von zwei Stunden verzehren
  • Hackfleisch sofort verbrauchen
  • Obst und Gemüse vor dem Essen gründlich waschen
  • aufgetautes Gefrierwasser wegkippen
  • Küchenlappen und Spülschwämme nach der Benutzung heiß auswaschen, gut trocknen lassen und regelmäßig erneuern
  • Küchentücher häufig wechseln und in der Kochwäsche waschen
  • Instantprodukte (insbesondere Säuglingsnahrung) erst kurz vor dem Verzehr zubereiten

Besonders groß ist die Gefahr einer Ansteckung mit Salmonellen im Urlaub. Erstens, weil in anderen Ländern andere hygienische Verhältnisse herrschen. Zweitens, weil man das Essen im Urlaub häufig nicht selbst zubereitet und somit keine Gewissheit über die Zubereitungshygiene hat. Und drittens, weil in südlichen Ländern höhere Temperaturen herrschen, die eine Salmonelleninfektion begünstigen. Deshalb sollten Sie bei allen Auslandsreisen besonders vorsichtig sein und die folgenden Vorsichtsmaßnahmen unbedingt berücksichtigen:

  • keine Speisen mit rohem Fleisch essen
  • auf Eier und eihaltige Speisen (z. B. Mayonnaise) sicherheitshalber verzichten
  • rohe Speisen (auch Salat) nur dann verzehren, wenn Sie dem Koch – und damit den hygienischen Bedingungen der jeweiligen Küche – hundertprozentig vertrauen
  • und last but not least – man kann es gar nicht oft genug sagen: regelmäßiges und gründliches Händewaschen. Nicht nur vor der Essenszubereitung und nach dem Toilettengang, sondern auch nach jedem Kontakt mit rohen Eiern, Fleisch und Fisch.

Tipp: Um im Fall der Fälle ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu können, empfiehlt sich vor jeder Urlaubsreise der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung. Diese zahlt auch bei Behandlungen durch Privatärzte und kommt darüber hinaus zu 100% für die Kosten aller erforderlichen Medikamente auf. So können Sie sicher sein, dass bei einer Ansteckung mit Salmonellen nicht auch noch Ihr Konto in Mitleidenschaft gezogen wird. Ihre AOK PLUS – die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen – wünscht Ihnen einen erholsamen Urlaub!