Krankheit & Behandlung

Krank im Urlaub und krank nach dem Urlaub

Krank im Urlaub und krank nach dem Urlaub: Alles, was Sie wissen sollten

Der Urlaub ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres, die meist sorgfältig geplant und mit großer Vorfreude erwartet wird. Eine Zeit, in der man frei von (fast) allen Pflichten ist und endlich einmal tun kann, was man will. Zum Beispiel gar nichts: einfach mal das süße Nichtstun genießen, ganz entspannt die Füße hochlegen und sich von den Anstrengungen des Alltags erholen.

Umso ärgerlicher, wenn man plötzlich krank im Urlaub wird und mit Schüttelfrost im Hotelbett liegt statt am Strand in der Sonne. Oder wenn „Montezumas Rache“ zuschlägt und man statt interessanter Sehenswürdigkeiten sämtliche Toiletten der Umgebung zu Gesicht bekommt.

Leider ist es keine Seltenheit, im Urlaub krank zu werden oder womöglich sogar krank nach dem Urlaub zurückzukehren: In den vergangenen Jahren erkrankten im Sommerurlaub ca. 7 bis 10% der deutschen Urlauber. Also etwa jeder zehnte bis vierzehnte Reisende aus Deutschland.

Warum ist die Quote so hoch, woran liegt das? Was ist, wenn man im Ausland krank wird und zum Arzt oder sogar ins Krankenhaus muss? Und welche präventiven Maßnahmen empfehlen sich zur Vorbeugung?

Damit die schönste Zeit des Jahres nicht durch gesundheitliche Beschwerden getrübt wird, bietet die AOK PLUS hilfreiche Informationen rund um die Themen „Krank im Urlaub“ und „Krank nach dem Urlaub“. Erstens, weil vorbeugen bekanntlich besser ist als heilen. Und zweitens, damit Sie wissen, was im Krankheitsfall zu tun ist. Lesen Sie einfach mal rein!

Warum leiden so viele Urlauber unter „Leisure Sickness“?

Es ist kein Geheimnis: Auffallend viele Menschen werden genau in dem Moment krank, in dem sie endlich zur lang ersehnten Ruhe kommen. So viele, dass die Wissenschaftler diesem Phänomen sogar einen speziellen Namen gegeben haben: Leisure Sickness (= Freizeitkrankheit).

Oftmals handelt es sich bei den Betroffenen um Perfektionisten, die in ihrem Berufsleben großem Stress ausgesetzt sind. Ihnen fällt es schwer, abzuschalten und sich die wohlverdiente Erholung zu gönnen. Stattdessen kreisen ihre Gedanken nach wie vor um die Arbeit, so dass die „ruhelosen Geister“ oft von Schuldgefühlen, Zweifeln oder gar Selbstvorwürfen geplagt werden.

Bei so manch einem könnten die akut auftauchenden Beschwerden auch daher kommen, dass diese erst jetzt bewusst wahrgenommen werden: Da vor allem leichte Symptome wie „hier ein Zwicken“ und „dort ein Zwacken“ im stressigen Alltag oftmals einfach ignoriert werden, werden sie – faul im Sand liegend und voll auf sich selbst konzentriert – plötzlich spürbar.

Doch nicht nur in psychischer, auch in physischer Hinsicht gibt es so manchen Erklärungsansatz für die Entstehung bzw. den Ausbruch der „Freizeitkrankheit“: In extremen Stressphasen werden viele Körperfunktionen „heruntergefahren“, um die nötige Energie zum Bewältigen der jeweiligen Herausforderung freizumachen. Ein evolutionsbiologischer „Trick“, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Von diesem „Herunterfahren“ ist auch das Immunsystem betroffen: Stresshormone wie Cortisol unterdrücken in Stresszeiten die Immunantwort auf Infekte, Entzündungen und andere Erkrankungen. Jedoch: Sobald die jeweilige Stressphase vorbei ist, kümmert sich der menschliche Körper um die Keime & Co. – und die Krankheit bricht aus.

Lassen Sie sich rechtzeitig impfen

Um Krankheit im Urlaub zu vermeiden, sollten die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Schließlich gehört nicht nur die Auswahl und Buchung Ihrer Urlaubsreise zu den obligatorischen Reisevorbereitungen: Auch die empfohlenen Reiseschutzimpfungen müssen rechtzeitig durchgeführt werden. Nicht nur, um vor den jeweiligen Krankheiten optimal geschützt zu sein. Denn unter Umständen kann Ihnen ohne umfassenden Impfschutz – je nach Urlaubsland – sogar die Einreise verwehrt werden, wenn beispielsweise eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtschutzimpfung nicht nachgewiesen werden kann.

Darüber hinaus können Sie selbstverständlich auch freiwillige Schutzimpfungen vornehmen lassen wie beispielsweise eine Grippeimpfung für Kinder oder Erwachsene. Sprechen Sie einfach mit dem Arzt Ihres Vertrauens, welche Impfungen in Ihrem Fall empfehlenswert sind. Oder kontaktieren Sie die AOK-Clarimedis Ärzte-Hotline: Unter der Telefonnummer 0800-2266550 steht Ihnen für alle Fragen rund um die Gesundheit ein kompetentes Team von Fachärzten, Pharmakologen und Krankenschwestern zur Verfügung. Rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr – und für alle AOK PLUS-Mitglieder kostenlos: Einfach die Gesundheitskarte bereithalten, Ihre Versichertennummer angeben – und Ihre Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen übernimmt die Kosten für Sie!

Hat es Sie kalt erwischt? Nutzen Sie unsere Tipps gegen Erkältung

Wenn der Urlaub näher rückt und ein leichtes Kratzen im Hals spürbar wird, sollen Ihnen die folgenden Tipps dabei helfen, möglichst schnell wieder fit zu werden. Schließlich kann es nicht nur schmerzhaft werden, wenn Sie mit einer Erkältung fliegen: Schlimmstenfalls drohen sogar ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen. Also schnell die guten Ratschläge befolgen:

Viele Reisende werden krank im Urlaub oder krank nach dem Urlaub. Die AOK PLUS informiert, was Sie vor Auslandsreisen vorbeugend tun können oder im Krankheitsfall tun sollten!
Viele Reisende werden krank im Urlaub oder krank nach dem Urlaub. Die AOK PLUS informiert, was Sie vor Auslandsreisen vorbeugend tun können oder im Krankheitsfall tun sollten!
  • Gönnen Sie sich Ruhe und ausreichend Schlaf, damit Ihr Körper seine Energie zum Bekämpfen der Krankheitserreger nutzen kann.
  • Trinken Sie ausreichend, zum Beispiel Wasser und Kräutertees.
  • Ernähren Sie sich gesund, ausgewogen und vitaminreich.
  • Meiden Sie Alkohol und Nikotin.
  • Sorgen Sie für ausreichend frische Luft, indem Sie regelmäßig lüften (aber setzen Sie sich keiner Zugluft aus).
  • Nehmen Sie ein erholsames Bad, am besten ein Erkältungsbad mit Eukalyptus, Fichtennadel oder Thymian (Achtung, Allergiker und Asthmatiker: Bitte verwenden Sie ätherische Öle nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt!).
  • Bei Halsschmerzen gurgeln Sie regelmäßig mit Salbeitee oder Salzwasser (1/2 Teelöffel Salz auf ein Glas warmes Wasser).
  • Nutzen Sie Hausmittel wie Zwiebelsaft, Hühnersuppe, Kartoffelwickel & Co.
  • Inhalieren Sie mit heißem Wasserdampf, Pfefferminz- oder Kamillentee.
  • Halten Sie den Hals mit einem Schal warm und sorgen Sie mit einer Wärmflasche für warme Füße (aber nicht bei Fieber!).

Eine gut bestückte Reiseapotheke darf im Reisegepäck nicht fehlen

Um im Falle eines Falle erste Hilfe leisten oder akute Schmerzen lindern zu können, gehört in jeden Reisekoffer natürlich eine Reiseapotheke. Von Kopfschmerztabletten über Salbe gegen Sonnenbrand bis zu Kohletabletten gegen Durchfall: Viele kleinere Beschwerden lassen sich mit den richtigen Arzneimitteln und Medikamenten selbst behandeln.

Dennoch sollten Sie selbstverständlich auch im Ausland nicht zögern, bei besonders starken Schmerzen oder länger anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Wer kommt für die Arztkosten im Ausland auf?

Falls Sie ins europäische Ausland verreisen, sollten Sie die Versicherungskarte Ihrer gesetzlichen Krankenkasse dabei haben: Die EHIC (European Health Insurance Card = europäische Krankenversicherungskarte) übernimmt alle Kosten für medizinisch notwendige Maßnahmen bei Auslandsaufenthalten innerhalb Europas.

Allerdings: Die Kosten für landesübliche Zuzahlungen sowie medizinische Behandlungen von Privatärzten oder -kliniken werden von der heimischen Krankenkasse nicht übernommen. Auch ein eventuell erforderlicher Rücktransport per Ambulanzflug, dessen Kosten leicht in den sechsstelligen Bereich gehen, gehört nicht zu den Leistungen gesetzlicher Krankenkassen. Somit empfiehlt sich nicht nur für Reisen außerhalb Europas, sondern für ausnahmslos alle Reisenden der Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung: Die kostet nur ein paar Euro und stellt sicher, dass Sie im Falle eines Falles ohne finanzielles Risiko die bestmögliche ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen können. Noch Fragen? Unter der Service-Hotline 0800-1059000 ist das Team der AOK PLUS immer für Sie da – rund um die Uhr und kostenfrei aus allen Netzen!

Krank im Urlaub und krank nach dem Urlaub: Bitte denken Sie auch beim Auslandsaufenthalt an Ihre Krankmeldung

Egal, ob Sie krank im Urlaubsland liegen oder zu Hause: Ein kranker Arbeitnehmer ist arbeitsunfähig und hat Anspruch auf die Fortzahlung des Gehalts bzw. Krankengeldes. Das gilt natürlich auch für Arbeitslose, die Arbeitslosengeld beziehen.

Damit es keine Probleme mit den Zahlungen oder dem Arbeitgeber bzw. der Agentur für Arbeit gibt, sollten Sie bei eintretender Arbeitsunfähigkeit im Ausland unbedingt folgende Punkte beachten:

  1. Sobald die Krankheit eintritt, muss der Arbeitgeber bzw. die Agentur für Arbeit per Telefon oder Telefax über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit informiert werden.
  2. Lassen Sie sich vom behandelnden Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen und veranlassen Sie, dass diese innerhalb von spätestens 7 Tagen (nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit) Ihrer Krankenkasse vorliegt. Geben Sie dabei auch Ihre Urlaubsadresse an.
  3. Auch Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Agentur für Arbeit muss auf schnellstem Wege eine entsprechende schriftliche Bescheinigung des Arztes erhalten.
  4. Sollte die Arbeitsunfähigkeit auch nach der Rückreise noch bestehen, muss der Arbeitgeber (bzw. die Agentur für Arbeit) natürlich auch darüber unverzüglich informiert werden.

Gut zu wissen: Während Ihres Auslandsaufenthalts kann Ihre deutsche Krankenkasse einen einheimischen Gutachter beauftragen, Ihre Arbeitsunfähigkeit zu überprüfen. Dieser Termin kann sehr kurzfristig angesetzt werden und sollte unbedingt wahrgenommen werden. Das Ergebnis dieser Begutachtung wird selbstverständlich auch der Krankenkasse mitgeteilt.

Die AOK PLUS – Ihre Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen – wünscht Ihnen eine gute Reise, einen rundum erholsamen Urlaub und eine gesunde Rückkehr!