Gesundheit

Zecken und Zeckenstiche – FSME

FSME – Verlauf und Schutzmaßnahmen

Eine Krankheit, mit der man sich vor einem Urlaub in Osteuropa und Nordasien beschäftigen sollte, ist FSME oder auch Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine Hirnhautentzündung, welche durch ein Virus über einen Zeckenbiss bzw. Zeckenstich übertragen wird. Da keine spezifische Therapie gegen diese Krankheit vorliegt und da die Zecken auch in Deutschland vorkommen, sollte eine Impfung in Betracht gezogen werden. Die Formen im Ausland weisen meist einen etwas schwereren Verlauf auf, dennoch sollte ein Zeckenstich auch zuhause nicht unterschätzt werden. Die AOK PLUS unterstützt bei der Information über Zeckenstiche sowie über die Reisevorbereitung. Dazu gehört auch die Übernahme der Impfung.

FSME – Was ist das überhaupt?

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Darunter versteht man eine Krankheit, bei der es im schlimmsten Fall zu Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute kommt. Übertragen wird diese Krankheit durch das FSME-Virus. Dieses gehört – wie auch das Gelbfiebervirus – zur Familie der Flaviviren. Das Virus befindet sich im Speichel infizierter Zecken. Es wird also bei einem Zeckenstich an den Menschen weitergegeben und vermehrt sich. Die betroffene Person leidet im Lauf der folgenden Tage oder sogar Wochen unter grippeähnlichen Symptomen wie hohes Fieber. Diese halten so lange an, wie sich das Virus im Blut befindet und können dann wieder abklingen. Geht die Krankheit in die zweite Phase über, leidet die betroffene Person meist an Meningitis. Darunter versteht man eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die häufig mit Kopfschmerzen, Übelkeit sowie neurologischen Ausfällen wie Lähmungen und Nackensteifheit verbunden ist. Die Entzündung kann sich auf das Gehirn ausweiten, wenn sie an dieser Stelle noch unbehandelt bleibt. Insgesamt enden ca. 5 % der Infektionen tödlich. Wird allerdings das Stadium der Meningoenzephalitis erreicht, so liegt die Mortalitätsrate bei 30 % und die Betroffenen haben häufig schwere Schädigungen. Ansteckend für andere Personen ist die Krankheit nicht.

Subtypen im In- und Ausland

Wie die Krankheit verläuft, hängt maßgeblich vom Typ der FSME ab. Es werden drei Subtypen unterschieden. Der harmloseste davon ist der Western TBEV (tick-borne encephalitis virus). Er wird durch einen Zeckenbiss des gemeinen Holzbocks übertragen und kommt überwiegend in Nord- und Mitteleuropa vor. In Deutschland sind vor allem die südlichen Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und die südlichen Anteile von Rheinland-Pfalz, Thüringen und Hessen betroffen.
Die anderen beiden Typen sind der Far Eastern TBEV und der Siberian TBEV. Diese Formen werden beide durch einen Zeckenstich der Taigazecke übertragen, die hauptsächlich in Russland, China, Korea und Japan anzutreffen ist. Diese FSME-Typen haben einen deutlich schwereren Verlauf als der europäische Typ. Es kommt viel häutiger zu Entzündungen des zentralen Nervensystems und damit auch zu lebensbedrohlichen Situationen.

Zeckenbiss – welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Bei einem Zeckenbiss sollte schnellstmöglich zuerst die Zecke entfernt werden. Dazu wird am besten eine spitz zulaufende Pinzette verwendet, mit der man die Zecke so nah wie möglich am Kopf greift. Entfernen sollte man diese dann durch vorsichtiges Ziehen, nicht durch Drehen. Andernfalls kann der Kopf der Zecke in der Wunde stecken bleiben und für eine Entzündung sorgen. Des Weiteren gibt es Zeckenlassos und Zeckenkarten. Mit diesen beiden Werkzeugen ist es etwas leichter, die Zecke nah am Kopf zu greifen. Der Zeckenbiss sollte danach desinfiziert werden. All diese Utensilien sind in der Apotheke erhältlich und können gut auf jede Reise mitgenommen werden.

Treten erste Symptome der FSME auf, sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden. Oft ist der Stich etwas gerötet und somit leichter zu finden, auch wenn die Zecke nicht mehr da ist. Für eine Diagnose sind auch Informationen über den Zeckenstich wie Zeitpunkt, Ort usw. von Bedeutung.
Gegen eine FSME gibt es kein spezifisches Medikament. Das bedeutet, dass nur symptomatisch behandelt wird. Häufig kommen dabei diverse Schmerzmittel zum Einsatz.

Der Übeltäter Zecke

FSME-Gefahr bei Zeckenstichen! Mit den Tipps der AOK PLUS können Sie sich vor Zecken und einer möglichen Hirnhautentzündung schützen.

Wie bereits erwähnt, werden die Viren durch einen Zeckenstich bzw. Zeckenbiss übertragen. Dabei macht es einen Unterschied, von welcher Zeckenart der Stich stammt, da verschiedene Zeckenarten verschiedene Krankheitstypen übertragen können. In Deutschland und im europäischen Ausland handelt es sich um den allgemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), in Asien meist um die Taigazecke (Ixodes persulcatus).

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind rund um die Welt anzutreffen. Sie ernähren sich vom Blut der Wirbeltiere, sind aber meist nicht auf ein bestimmtes Tier spezialisiert. Die Mahlzeit benötigt die Zecke unter anderem zur Entwicklung und zur Fortpflanzung. Mit nur einer Mahlzeit kann sie bis zu fünf Jahre lang überleben. Die meisten Exemplare sind in der Lage, sich bis auf das 200-fache ihrer ursprünglichen Größe vollzusaugen.

Der Zeckenstich bzw. der Zeckenbiss selbst läuft immer ähnlich ab. Die Zecke verfügt über Kieferklauen, womit sie die Haut leicht anritzen kann. Anschließend wird an dieser Stelle der Stachel eingeführt und verankert. Bevor die Zecke mit der Nahrungsaufnahme beginnt, gibt sie ihren Speichel in die Wunde ab. Dieser enthält Stoffe, welche die Blutgerinnung verlangsamen, die Wunde betäuben und der Zecke helfen, sich an der Stelle festzuhalten. Über den Speichel gelangen die Krankheitserreger in das Blut des Menschen. Neben FSME ist hier auch die Borreliose zu erwähnen, die auf dem gleichen Weg übertragen wird. Für diese gibt es allerdings keine Impfung.

Besonders aktiv sind Zecken während der warmen Jahreszeit, wie es der Name der Krankheit auch schon sagt. Da sie die Luftfeuchtigkeit des Bodens ohne direkte Sonne mögen, trifft man Zecken meist im hohen Gras oder im Waldgestrüpp an.
Sollte es zu einem Zeckenbiss kommen, ist das trotz allem kein Grund zur Panik. Nur 0.5 % der Holzböcke sind überhaupt mit dem Virus infiziert. Trotzdem sollte kein Zeckenstich unterschätzt werden, vor allem wenn Symptome auftreten.

Impfung und Prävention

Um eine Erkrankung zu verhindern, sollten vor einem Zeckenstich die richtigen Maßnahmen getroffen werden. Am offensichtlichsten ist die passende Bekleidung. Dazu gehören bei einer Wanderung zum Beispiel lange Hosen und geschlossene Schuhe. Zusätzlich können auch Insektensprays verwendet werden. Diese schützen meist nicht nur vor Zecken, sondern auch vor anderen Insekten. Auf diese Weise lässt sich aber trotzdem kein hundertprozentiger Schutz vor einem Zeckenbiss erreichen.

Die sicherste Variante, sich vor einer FSME-Infektion zu schützen, ist eine Impfung. Diese wird mit abgetöteten Viren durchgeführt. Nach der ersten Dosis wird die zweite ein bis drei Monate danach und die dritte mindestens fünf Monate später verabreicht. Es sollten also vor dem Urlaub in ein betroffenes Gebiet fünf bis sechs Monate eingeplant werden. Wie bei den meisten Impfungen können Nebenwirkungen auftreten. Die häufigste ist Fieber und betrifft hauptsächlich Kinder. Gefährlich ist die Impfung aber nicht, da die gezüchteten Erreger inaktiviert werden.

Da es keine spezifische FSME-Therapie gibt, ist die Impfung ein sehr sinnvoller Schutz. Die AOK PLUS unterstützt sie deshalb auch. Wer eine Reise in gefährdete Gebiete im Ausland oder Inland unternehmen möchte, kann eine Impfung in Anspruch nehmen. Sie ist aber keine Pflicht. Die Kosten werden trotzdem vollständig von der AOK PLUS übernommen.

Es lohnt sich in jedem Fall, sich frühzeitig über den Urlaub zu informieren und die Empfehlungen zur Impfung und zu allen anderen Maßnahmen ernst zu nehmen. Wer gut informiert und vorbereitet ist, muss sich keine Sorgen machen und kann die Ferienzeit unbeschwert genießen.

Die AOK PLUS, Ihre Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen, wünscht Ihnen in jedem Fall eine gute Reise! Kommen Sie gesund zurück!