Sicher Skifahren

Sicher Skifahren: FIS – Die zehn Gebote für mehr Sicherheit auf den Skipisten

Die meisten Skifahrer sind sich einig: Das Skifahren ist sicher die schönste Sportart aller Zeiten! Weiße Schneelandschaften vor malerischer Naturkulisse, das glitzernde Funkeln der Sonnenstrahlen, die klare, reine Bergluft, das vertraute Knirschen des frischen Schnees unter den Brettern, das nahezu schwerelose Dahingleiten und vieles mehr: Ein Winter- und Skiurlaub bietet eine Vielzahl einzigartiger Glücksmomente!

Damit Sie Ihren Ski- und Winterurlaub im Schnee rundum genießen können und gesund zurückkommen, bietet die AOK PLUS wertvolle Informationen rund um Skireisen und Sicherheit. Sicher Skifahren – daran sollten Sie denken: Die zehn Gebote für sicheres Skifahren, die der internationale Ski-Verband FIS (Fédération Internationale de Ski) als Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder formuliert hat.

Die Pistenregeln der FIS gelten als internationaler Standard für sicheres Skifahren

Überall dort, wo mehrere Menschen zusammenkommen, braucht es gewisse Regeln für ein möglichst reibungsloses Miteinander und die nötige Sicherheit beim Skifahren. Insbesondere dort, wo aufgrund eines hohen Bewegungsaufkommens eine entsprechend große Unfallgefahr auf der Skipiste lauert.

Deshalb hat die FIS im Jahr 1967 zehn offizielle Verhaltensregeln für die Skipisten aufgestellt, die internationale Gültigkeit haben und selbstverständlich für alle Pistennutzer gleichermaßen gelten. Ob Anfänger oder Profis, Einheimische oder Touristen, Skifahrer, Snowboarder oder andere Wintersportler: Bei den FIS-Regeln handelt es sich um weltweit anerkannte Verhaltensvorschriften zur Minimierung der Gefahren und maximale Sicherheit auf den Pisten. Oder deutlicher gesagt:

Was die Straßenverkehrsregeln für Verkehrsteilnehmer sind, sind die 10 Skipisten-Regeln der FIS für alle Skifahrer, Snowboarder und sonstige Pistenbenutzer: Unerlässliche Verhaltensregeln, an die sich ausnahmslos alle halten sollten. Ohne Wenn und Aber. Nur so können auch Sie sicher Skifahren und sparen sich nervenaufreibende Stürze oder Verletzungen.

Die zehn FIS-Regeln für mehr Sicherheit beim Skifahren mit Erläuterungen:

1. Gegenseitige Rücksichtnahme – immer und überall

Ob Skifahrer, Snowboarder oder sonstige Wintersportler: Jeder Pistenbenutzer muss sich stets so verhalten, dass er keine andere Person einschränkt, deren Sicherheit gefährdet oder gar schädigt.

2. Anpassung der Geschwindigkeit und Fahrweise an Verhältnisse und Können

Jeder muss stets auf Sicht fahren, wobei Tempo und Fahrweise sowohl den individuellen Fähigkeiten als auch den aktuellen äußeren Bedingungen zur Sicherheit aller angepasst werden müssen. Was nicht nur für die Gelände-, Witterungs- und Schneeverhältnisse gilt, sondern auch für das jeweilige Verkehrsaufkommen.

3. Wahl der Fahrspur: Keine/n anderen beeinträchtigen

Jeder von hinten kommende Skifahrer oder Snowboarder muss seine Fahrspur stets so wählen, dass vor ihm fahrende Personen nicht beeinträchtigt oder gar gefährdet werden.

4. Überholregeln: nur mit ausreichendem Abstand

Das Überholen von langsamer fahrenden Personen ist von oben oder unten und von rechts oder links erlaubt. Der Abstand zum zu Überholenden muss jedoch so großzügig bemessen sein, dass dieser in seinen Bewegungen und seinem Aktionsfreiraum nicht eingeschränkt wird.

Sicher Skifahren mit FIS-Regeln: Die zehn Gebote für sicheres Skifahren präsentiert von der AOK PLUS. Viel Vergnügen in Ihrem Winter- und Skiurlaub!

5. Einfahren und Anfahren: Erst überprüfen, dann fahren

Vor dem Einfahren in eine Skiabfahrt oder dem Wiederanfahren nach einem Halt muss durch prüfende Blicke sichergestellt werden, dass kein anderer Pistenbenutzer durch die geplante Aktion behindert oder gar dessen Sicherheit gefährdet werden kann. Um nichts zu übersehen, muss sowohl nach oben als auch nach unten geschaut werden.

6. Anhalten: Kein Aufenthalt an Abfahrten

Zum Anhalten und Pausieren sollte eine gut übersehbare Stelle am Pistenrand gewählt werden, damit kein anderer zu riskanten Ausweichmanövern genötigt wird. An unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt hingegen sollte man sich nur im Notfall aufhalten und diese so schnell wie möglich wieder freimachen.

7. Aufstieg und Abstieg – ausschließlich am Rand

Aufstiege oder Abstiege zu Fuß erfolgen in verhältnismäßig langsamem Tempo. Um Kollisionen zu vermeiden, ist das Auf- oder Absteigen nur am Rand der Abfahrt erlaubt.

8. Sicher Skifahren: Beachtung aller Zeichen, Markierungen und Signale

Pistenmarkierungen kennzeichnen den gesicherten Raum, während Warntafeln auf eventuelle Risiken – wie beispielsweise akute Lawinengefahr – aufmerksam machen. Alle Pistenbenutzer sollten diese Zeichen für ein sicheres Skifahren kennen und beachten.

9. Im Falle eines Unfalls: Hilfe leisten

Wenn sich auf der Skipiste ein Unfall ereignet, ist jeder Skifahrer, Snowboarder oder sonstiger Pistenbenutzer zu Hilfeleistungen und der Sicherheit nachkommender Skifahrer verpflichtet.

10. Ausweispflicht zur Feststellung der Personalien

Ob Unfallzeuge oder Unfallbeteiligter: Im Falle eines Skiunfalls müssen die Personalien angegeben werden. Um sicherzustellen, dass diese der Wahrheit entsprechen, ist das Mitführen und Vorlegen des Ausweises Pflicht.

Für Anfänger empfiehlt sich ein „Skipisten-Spickzettel“

Keine Fragen: Für „alte Skihasen“ ist die Einhaltung der FIS-Regeln eine Selbstverständlichkeit, die längst in Fleisch und Blut übergegangen sein sollte und somit – ohne großes Nachdenken – im Prinzip ganz automatisch erfolgt. Pistenanfänger jedoch tun gut daran, die zehn Gebote für mehr Skisicherheit stichwortartig zu notieren und immer mal wieder einen Blick darauf zu werfen (außer natürlich während der Fahrt). So lange, bis man die Verhaltensregeln wirklich verinnerlicht hat.

Sicher Skifahren – Die FIS-Regeln noch einmal in Kürze:

  1. Rücksicht: Niemanden gefährden oder schädigen
  2. Kontrolle: Geschwindigkeit und Fahrweise für ein sicheres Skifahren anpassen
  3. Fahrspurwahl: Fahrspuren vorderer Fahrer respektieren
  4. Überholen: Nur mit ausreichendem Abstand
  5. Ein- und Anfahren: Blick nach oben und unten
  6. Anhalten: Nur am Pistenrand an übersichtlichen Stellen
  7. Auf- und Abstiege: Nur am Pistenrand
  8. Signale & Markierungen: Immer beachten
  9. Bei Skiunfall: Hilfe leisten, Rettungsdienst rufen und Unfallstelle absichern
  10. Ausweispflicht: Unfallbeteiligte und Zeugen müssen Personalien angeben

Haben die FIS-Gebote zur Sicherheit beim Skifahren gesetzliche Gültigkeit?

Die FIS-Verhaltensregeln zur Skisicherheit genießen zwar internationale Anerkennung, sind aber nicht gesetzlich verankert. Somit kann ein Regelverstoß nicht mit einem Bußgeld geahndet werden.

Trotzdem gilt das aufgestellte Regelwerk als rechtlich bindend und dient zur Sicherheit aller Pistenbenutzer. Denn: Im Falle eines Unfalls werden die FIS-Regeln bei der Klärung der Schuldfrage berücksichtigt.

Das heißt im Klartext: Wer sich im Skiuralub oder auch als Einheimischer nicht an die Regeln hält und dadurch einen Unfall verursacht, muss mit entsprechenden Schadensersatz- und/oder Schmerzensgeldforderungen rechnen. Und die können in so einem Fall – genau wie moralische Schuldgefühle – beträchtliche Ausmaße erreichen.

Fazit: Die strikte und konsequente Einhaltung der FIS-Regeln empfiehlt sich also in jeder Hinsicht. Nicht nur für ein – für alle Seiten – angenehmeres Miteinander und sicheres Skifahren, sondern auch der Gesundheit und dem Geldbeutel zuliebe. Apropos:

Im Fall der Fälle hilft eine Reisekrankenversicherung

Selbst wenn Sie gewissenhaft alle FIS-Regeln während Ihrem Skiurlaub beherzigen und sich ebenso rücksichtsvoll wie vorausschauend verhalten: Natürlich kann es trotz aller Vorsicht einmal zu einem Skiunfall wie beispielsweise zum Sturz kommen.

In diesem Fall ist eine private Reisekrankenversicherung zu Ihrer eigenen Sicherheit von großem Vorteil. Selbst in den Ländern der EU – also dort, wo die Europäische Krankenversicherungskarte (die Chipkarte Ihrer gesetzlichen Krankenkasse aus Deutschland) laut Gesetzgeber für alle medizinisch notwendigen Behandlungen aufkommen muss.

Denn: Sollte beispielsweise eine Bergung von der Skipiste erforderlich werden, müssen Sie die Kosten selbst zahlen, da diese nicht von gesetzlichen Kassen übernommen werden.

Ebenfalls ausgeschlossen von den Leistungen gesetzlicher Krankenkassen sind die Kosten für einen Krankenrücktransport, die übrigens schnell in den sechsstelligen Bereich gehen können.

Wer auf Nummer sicher reisen und Skifahren will, sollte deshalb vor Reiseantritt eine Reisekrankenversicherung abschließen. Auch die Fédération Internationale de Ski würde dazu vermutlich sagen: Fantastique!