Gesundheit

Meningokokken Meningitis – Wie man sich auf Reisen gegen eine Infektion schützt

Meningokokken-Impfung: Sorgenfrei um die Welt reisen

Wer einen Urlaub nach Afrika oder Asien plant, den erwartet ein wahrer Marathon an Impfungen. Eine sehr wichtige davon ist die gegen Meningokokken Meningitis. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Hirnhautentzündung. Diese wird durch Bakterien, die Meningokokken, per Tröpfcheninfektion übertragen. Dadurch ist sie hoch ansteckend. Dementsprechend wichtig ist der Schutz durch eine entsprechende Impfung. Aus diesem Grund wird diese auch vollständig von der AOK PLUS übernommen, so dass Sie Ihren Urlaub sorgenfrei genießen können.

Was ist eine Meningokokken Meningitis?

Bei der Meningokokken Meningitis handelt es sich um eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die häufig auf das Gehirn selbst übergeht. Hervorgerufen wird die Krankheit durch Meningokokken-Bakterien. Diese werden per Tröpfcheninfektion übertragen. Hierzu kommt es, wenn beispielsweise beim Niesen, Husten oder auch beim Sprechen winzige, infektiöse Tröpfchen aus dem Atemweg an die Luft gelangen und anschließend von einer anderen Person eingeatmet oder direkt über die Schleimhäute aufgenommen werden.
Nach einer Infektion mit Meningokokken treten die ersten Symptome innerhalb von drei bis vier Tagen auf. Es sind meist unspezifische, grippeartige Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Im weiteren Verlauf kommen neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Krampfanfälle dazu. Typisch für Meningitis ist außerdem der Meningismus, worunter man eine Art Nackensteifheit versteht. Die betroffene Person ist nicht in der Lage, zu nicken oder den Kopf zu drehen. Außerdem verspürt sie beim Versuch, den Kopf zu bewegen, starke Schmerzen. Wird die Krankheit zu diesem Zeitpunkt erkannt und behandelt, stehen die Chancen auf eine Heilung sehr gut. In Deutschland beträgt die Letalität in diesem Stadium nur ungefähr ein Prozent.

Schreitet die Krankheit jedoch weiter fort, kann sich eine Sepsis entwickeln. Im Volksmund spricht man von einer Blutvergiftung. Spätestens an dieser Stelle entwickelt sich dann eine lebensbedrohliche Situation. Die Sepsis äußert sich in schweren Fällen in Form des Waterhouse-Friderichsen-Syndroms. Hierbei überschwemmen die Bakterien in großer Anzahl das Blut des Patienten. Eine Folge davon sind dunkle Flecken auf der Haut durch Störungen der Blutgerinnung, multiples Organversagen und Koma. In diesem Stadium verstirbt ca. ein Drittel der Patienten.

Meningokokken Meningitis bei kleinen Kindern

Familien sollten beachten, dass Säuglinge und Kleinkinder am häufigsten betroffen sind, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Aber auch Jugendliche und junge Erwachsene haben ein erhöhtes Risiko. Zu den charakteristischen Symptomen einer Meningokokken Meningitis bei Säuglingen und Kleinkindern zählen Fieber und Erbrechen, eine vorgewölbte Fontanelle, Berührungsempfindlichkeit, Ablehnen von Nahrungsaufnahme, die typische Nackensteifheit, Krämpfe, Teilnahmslosigkeit oder auch Reizbarkeit.

Maßnahmen gegen Meningokokken Meningitis

Bei der Meningokokken Meningitis handelt es sich nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz um eine meldepflichtige Krankheit. Das gilt auch, wenn man sich im Ausland ansteckt. Die betroffene Person ist immer verpflichtet, die Erkrankung zu melden – unabhängig davon, ob der behandelnde Arzt das schon getan hat.

Beim Auftreten von ersten Symptomen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Um Mitreisende nicht anzustecken, sollte sich die betroffene Person außerdem schon vorher möglichst isolieren. Dies gilt besonders dann, wenn Kinder oder ältere Personen mitreisen. Spätestens im Krankenhaus erfolgt die Isolation auf jeden Fall. Dort wird dann auch eine medikamentöse Therapie durchgeführt – in der Regel mit diversen Antibiotika.

Für diese Therapie müssen jedoch zuerst die Meningokokken im Blut oder im Liquor (Körperflüssigkeit) nachgewiesen werden. Denn eine Meningitis kann auch durch andere Bakterien oder Viren ausgelöst werden, wie beispielsweise durch das FSME-Virus. In diesem Fall wäre eine Antibiotikatherapie sinnlos.

Verbreitung

Sorgenfrei Reisen – Die AOK PLUS informiert Sie über die Meningokokken Meningitis und klärt auf, wie Sie sich ausreichend vor einer Infektion schützen

Bei den Meningokokken handelt es sich um ein kugelförmiges Bakterium, welches weltweit vorkommt. Allerdings gibt es verschiedene Arten, die sogenannten Serotypen. Die verschiedenen Typen lassen sich weitestgehend den einzelnen Kontinenten zuordnen. So trifft man in Afrika zum Beispiel am ehesten auf den Serotyp A, während in Europa hauptsächlich die Serotypen B und C vorkommen. Es kann also sein, dass man trotz Impfung im Ausland nicht ausreichend geschützt ist. Mittlerweile gibt es aber gegen alle Typen Impfstoffe. Vor Antritt einer Reise sollte man sich daher in erster Linie über die Impfempfehlungen des jeweiligen Reiselandes informieren.
In vielen Regionen treten die Infektionen nur sehr sporadisch auf, wie etwa in Europa. Die Reiseschutzimpfung ist deshalb vor allem dann empfohlen, wenn ein Urlaub in den sogenannten Meningitis-Gürtel geplant ist. Dazu gehören die meisten afrikanischen Länder und Länder im Nahen Osten. Am stärksten betroffen ist die Äquatorregion.

Impfung gegen Meningokokken

Aufgrund der verschiedenen Arten der Meningokokken bedarf es auch verschiedener Impfungen. Die Impfung gegen den Typ C gehört zu den Standardimpfungen in Deutschland. Sie wird in der Regel in den ersten beiden Lebensjahren durchgeführt und spätestens bis zum 18. Lebensjahr wiederholt.

Bei der Impfung wird ein Totimpfstoff verwendet, der aus Bestandteilen der äußeren Hülle der Meningokokken besteht. Die Bestandteile der Bakterienhülle können die Erkrankung aber nicht auslösen. Dennoch kann es zu Nebenwirkungen wie Fieber kommen.

Die Impfung ist eine aktive Impfung, die gespritzt wird. Aktiv, weil der Körper nach der Impfung Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Bakterien bildet. Infiziert man sich später mit echten Meningokokken, werden sie von diesen Antikörpern abgefangen. So lässt sich ein Ausbruch der Krankheit verhindern. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise ins Ausland, ob eine Impfung sinnvoll ist. Hierzu können Sie zum Beispiel auf die Seite „Reiseländer dieser Website gehen oder sich mit Ihrem Hausarzt besprechen. Die Kosten für die Reiseimpfung werden von der AOK PLUS vollständig übernommen.

Wem wird eine Impfung empfohlen?

Im Interesse der eigenen sowie der Gesundheit der Mitmenschen sollten Sie eine Reise ins entsprechende Ausland nicht ungeimpft antreten. In Anbetracht des Verlaufs einer Infektion mit Meningokokken wäre dies ein unnötiges Risiko. Andere Formen der Prävention sind keine wirksame Alternative.

Dringend empfohlen wird die Impfung vor allem den Personen, die voraussichtlich viel Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben werden. Dazu zählen zum Beispiel Personen, die im Rahmen eines Schüleraustauschs oder als Au Pair reisen, genauso wie Volontäre oder Geschäftsreisende. In manchen Fällen kann die Impfung von der Organisation, der Firma oder der Schule auch vorgeschrieben sein.

Wenn Sie vor Ihrer Reise ins Ausland die entsprechenden Vorkehrungen treffen, müssen Sie sich vor Ort keine Sorgen machen und können Ihren Urlaub unbeschwert genießen! In diesem Sinne wünscht Ihnen die AOK PLUS, Ihre Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen, eine angenehme und sorgenlose Reise. Kommen Sie gesund zurück!