Krankheit & Behandlung

Magen-Darm-Probleme

Magen-Darm-Probleme im Urlaub: Ursachen, Vorbeugung und Linderung

Magen-Darm-Probleme im Urlaub sind leider keine Seltenheit. Im Gegenteil: Reisediarrhö ist die häufigste Reisekrankheit überhaupt. Insbesondere für Ägypten-Reisende ist das Risiko besonders groß. So leiden bei Nil-Kreuzfahrten bis zu 80 % der Touristen an Magen-Darm-Infektionen. Deshalb wird die Reisedurchfallerkrankung auch „Pharaos Rache“ oder „Fluch der Pharaonen“ genannt.

Auch in Afrika, Asien oder Mittel- und Südamerika, wo die Erkrankung als „Montezumas Rache“ bezeichnet wird, sind immer noch 20 bis 30 % aller Urlauber von Reisedurchfall betroffen. Da in diesen Gebieten also durchschnittlich jeder dritte bis fünfte Urlauber eine „extrem beschleunigte Verdauung“ hat, ist die Wahrscheinlichkeit, während des Urlaubs an einer Magen-Darm-Infektion zu erkranken, ziemlich hoch.

Doch nicht nur bei Fernreisen in tropische Länder droht die Gefahr: Selbst bei Reisen nach Südeuropa wie Spanien, Griechenland oder Türkei besteht mit einer Inzidenz von 10 bis 20 % immer noch ein Erkrankungsrisiko, das nicht unterschätzt werden sollte. Doch keine Sorge: In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Magen-Darm-Probleme im Urlaub wissen sollten.

Wie äußern sich Magen-Darm-Probleme im Urlaub?

In 90 % aller Fälle tritt der Durchfall zwischen dem dritten und neunten Reisetag auf. Meist beginnt es mit Bauchschmerzen, Schwächegefühl und Übelkeit, bevor die „durchschlagende Wirkung“ einsetzt: Der Stuhl kann sehr wässrig sein und „explosionsartig“ herausschießen, so dass man sich nicht allzu weit von der nächsten Toilette entfernen sollte. Das schränkt natürlich nicht nur den Bewegungsradius, sondern auch die Aktionsmöglichkeiten und damit die Liste der Urlaubsaktivitäten ein. Darüber hinaus können die Durchfälle auch mit Erbrechen und/oder Fieber einhergehen. In diesem Fall ist die Unternehmungslust natürlich ohnehin deutlich gedämpft, so dass man dem Wunsch nach Ruhe unbedingt nachkommen sollte. Doch unabhängig davon, wie schwer das Ausmaß der Erkrankung ist: Das Beste ist natürlich, wenn sie gar nicht erst auftritt.

Was können die Ursachen für Magen-Darm-Probleme im Urlaub sein?

Auch wenn weltweit so viele Touristen über Magen-Darm-Probleme im Urlaub klagen: Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. So kann die (regional geprägte) Darmflora schon allein durch die ungewohnte Umgebung, das ungewohnte Klima und das ungewohnte Essen (wie z. B. scharfe Gewürze) aus dem Gleichgewicht geraten.

Häufiger allerdings sind Krankheitserreger wie ETEC (= enterotoxische Escherichia coli), Salmonellen, Shigellen, Campylobacter & Co. die Verursacher: Wo die Temperaturen hoch und die Hygienestandards niedrig sind, ist das Risiko einer fäkal-oralen Infektion besonders groß: Diese wird durch die Toxine unterschiedlicher Bakterien ausgelöst, welche auf kontaminierten Lebensmitteln zu finden wird. Deutlicher gesagt: Die krankheitserregenden Keime werden durch von Fäkalspuren verunreinigte Hände auf das Essen übertragen. Was nicht nur eklig ist, sondern auch äußerst unangenehme Folgen haben kann.

Was kann man vorbeugend gegen Magen-Darm-Probleme im Urlaub tun?

Bestimmt wollen Sie von Ihrem Reiseland mehr kennenlernen als die Toiletten der gesamten Umgebung. Doch keine Sorge: Die (zu Recht!) gefürchtete Flitzeritis ist ein Übel, das in den meisten Fällen durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden kann. Damit Sie nicht den größten Teil Ihres wohlverdienten Urlaubs auf dem stillen Örtchen verbringen müssen, sollten Sie zur Prävention die folgenden Prophylaxe-Tipps unbedingt beherzigen und befolgen:

Nicht nur in Ägypten, sondern auch in der Türkei und vielen anderen Ländern leiden zahlreiche Touristen unter „Pharaos Rache“: Die AOK PLUS informiert über Magen-Darm-Probleme im Urlaub!
Nicht nur in Ägypten, sondern auch in der Türkei und vielen anderen Ländern leiden zahlreiche Touristen unter „Pharaos Rache“: Die AOK PLUS informiert über Magen-Darm-Probleme im Urlaub!
  • keine Getränke mit Eiswürfeln konsumieren
  • kein Wasser aus dem Wasserhahn trinken, sondern nur gekauftes aus Flaschen, Kanistern oder Tetrapacks
  • auch zum Zähneputzen, Abwaschen oder Waschen von Obst und Gemüse kein Leitungswasser verwenden (wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann nur abgekochtes!)
  • häufiger – und vor allem gründlich! – die Hände waschen
  • frisches Obst und Gemüse nur dann essen, wenn man es selbst geschält bzw. gereinigt hat
  • auch auf frische Salate verzichten, sofern man sie nicht selbst zubereitet hat
  • in Restaurants nur Gekochtes und Gebratenes verzehren
  • Fliegen und sonstiges Ungeziefer von Nahrungsmitteln fernhalten
  • beim Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten unbedingt auf Frische achten
  • Wasser aus Brunnen, Quellen oder stehenden Gewässern meiden
  • Kontakt mit Tieren meiden, da diese ebenfalls Bakterien und Viren übertragen können
  • generell verstärkt auf Hygiene achten; z. B. auch Desinfektionstücher und -spray benutzen

Wie kann man Magen-Darm-Probleme im Urlaub behandeln bzw. lindern?

Auch wenn die Kloschüssel sicherlich nicht zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten Ihres Reiselandes gehört und Sie während Ihres Aufenthalts eigentlich ganz andere Attraktionen besichtigen wollten: Ersparen Sie sich den (unnötigen) Stress, trotz Durchfallerkrankung auch noch aktiv sein zu wollen. Zumal die plötzliche Darmentleerung sich garantiert noch viel quälender anfühlt, wenn sie einen ausgerechnet während einer Museumsführung ereilt und man sich gerade noch in letzter Sekunde auf die öffentliche Toilette retten kann.

Solange die Beschwerden andauern, sollte man sich also stets in der Nähe der Toilette aufhalten – am besten die, die nur von Ihnen benutzt wird. Erstens, weil diese entsprechend sauber ist. Und zweitens, weil sie im Falle eines Falles auch garantiert frei ist und zur sofortigen Benutzung zur Verfügung steht. Bleiben Sie also einfach in Ihrem Hotelzimmer bzw. Apartment und gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung, statt das geplante Urlaubsprogramm durchzuziehen.

Unterstützend sollten Sie natürlich auch Arzneimittel gegen Durchfall nehmen: Kohletabletten oder andere Medikamente gegen Magen-Darm-Probleme im Urlaub dürfen definitiv in keiner Reiseapotheke fehlen. Bitte lassen Sie sich rechtzeitig vor dem Reiseantritt von Ihrem Hausarzt oder Apotheker beraten.

Natürlich können Sie auch im Ausland – also in der Apotheke vor Ort – entsprechende Mittel kaufen. Häufig sind diese sogar noch wirksamer als die mitgebrachten, weil die einheimischen Präparate noch besser auf die jeweils vorhandenen Krankheitserreger abgestimmt sind.

Falls der Durchfall besonders stark ist und/oder länger andauert, müssen Sie den damit verbundenen Flüssigkeits-, Mineralien- und Salzverlust ausgleichen: Hier empfiehlt sich ein sogenanntes Elektrolytpulver, um den Elektrolythaushalt wieder zu stabilisieren. Außerdem sollten Sie viel trinken. Zum Beispiel ein selbst angerührtes Getränk aus einem Liter Wasser, fünf EL Zucker, 1,5 EL Kochsalz und einem Glas Orangensaft. Wobei das Wasser und der Saft selbstverständlich – wie alle Getränke – aus einer frisch geöffneten Verpackung oder Flasche stammen sollten.

Um den Magen-Darm-Trakt nicht unnötig zu belasten, sollten Sie gleichzeitig auf Schonkost wie Reis, Bananen und Zwieback umsteigen. Verzichten Sie in dieser Zeit auf den Genuss von fettigen oder stark gewürzten Speisen, Kaffee und Alkohol.

In besonders schweren Fällen zögern Sie bitte nicht, an Ihrem Urlaubsort eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Apropos:

Beugen Sie den finanziellen Risiken einer schweren Magen-Darm-Erkrankung vor

Ob beim Tauchurlaub in Hurghada, beim Strandurlaub an der türkischen Riviera (Antalya & Co.) oder bei einer Rundreise durch die USA: Es ist schon ärgerlich genug, wenn die Urlaubsfreuden durch eine Erkrankung gedämpft werden. Noch ärgerlicher ist es jedoch, wenn ein großer Teil der Urlaubskasse für Medikamente und Arztbesuche draufgeht. Doch richtig schlimm wird es, wenn ein stationärer Aufenthalt oder gar ein Krankenrücktransport erforderlich werden. Denn was viele nicht wissen: Die Kosten für die medizinische Versorgung im Ausland können so schwindelerregende Höhen erreichen, dass die unerwarteten Zahlungsverpflichtungen durchaus das finanzielle Aus bedeuten können.

Deshalb sollten Sie vor jeder Urlaubsreise unbedingt eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Denn ganz gleich, ob Sie in der Apotheke vor Ort nur ein paar Medikamente gegen Magen-Darm-Probleme im Urlaub kaufen oder sich in einer Privatklinik behandeln lassen müssen: Auslandskrankenversicherungen sind für wenig Geld zu haben und kommen für 100% aller Kosten auf.

Informieren Sie sich einfach unverbindlich bei der AOK PLUS. Mehr Informationen finden Sie auch unter der kostenlosen Service-Hotline: 0800 1059000