Gesundheit

Krank in Italien

Krank in Italien : Was Urlauber im Krankheitsfall wissen und beachten sollten

Nicht nur in Sachsen und Thüringen zählt „Bella Italia“ zu den favorisierten Urlaubszielen. Auch andernorts in Deutschland gibt es zahlreiche Italienfans. Was allerdings auch nicht verwundert, da das südeuropäische Land in vielerlei Hinsicht begeistert.

Die italienische Küche beispielsweise ist in der ganzen Welt berühmt für ihre einzigartigen Leckereien wie Pizza, Pasta und Antipasti. Auch italienisches Speiseeis verspricht „la dolce vita“ der besonderen Art. Und für Kaffeeliebhaber sind original italienische Kaffeespezialitäten wie Espresso, Cappuccino & Co. immer eine Reise wert.

Ebenso verlockend wie die kulinarischen Köstlichkeiten sind die vielen weiteren Besonderheiten dieses Landes. Von der Vatikanstadt in Rom, die alljährlich unzählige Gläubige anzieht, über idyllische Inseln wie das multikulturelle Sizilien, das malerische Capri und Sardinien mit exotischem Karibik-Feeling bis zur Amalfiküste in Kampanien: Das Land auf der Apennin-Halbinsel hält für jeden Urlauber das passende Angebot bereit.

Zu den beliebtesten Urlaubsregionen gehört natürlich die Toskana: Gutes Essen und guter Wein verwöhnen den Italienreisenden hier ebenso sehr wie malerische Landschaften und traumhafte Strände an der Mittelmeerküste. Mediterranes Flair auf höchstem Niveau!

Genauso attraktiv präsentiert sich Venetien mit dem berühmten Gardasee und endlos langen Sandstränden an der Adria, während das zu 90% aus Bergen bestehende Ligurien ein Eldorado für Bergwanderer ist.

Apropos: Für Naturliebhaber bietet das Stiefelland viele weitere attraktive Reisedestinationen wie Umbrien, das unberührte Kalabrien im Süden und natürlich die Abruzzen mit ihren feinsandigen Küsten und hügeliger Berglandschaft im Hinterland.

Selbstverständlich kommen auch Städtetouristen auf ihre Kosten. Von der ewigen Stadt Rom (Roma) über die Kulturmetropole Florenz (Firenze), das pulsierende Neapel (Napoli) am Fuße des Vesuvs, die Küstenstadt Rimini und das romantische Venedig (Venezia) mit seinen legendären Gondeln, dem Markusplatz und der Rialtobrücke bis zur modernen Metropole Mailand (Milano), die als Modehauptstadt Italiens gilt: Bella Italia ist immer eine Reise wert – oder auch zwei oder drei.

Selbst der sonnigste Urlaub kann seine Schattenseiten haben

Wenn man eine Reise plant, denkt man selbstverständlich als erstes an die schönen Seiten. So malt man sich die bevorstehenden Urlaubstage in den schönsten Farben aus und nimmt sich eine Menge angenehmer Unternehmungen vor. Bei aller Vorfreude sollten Sie jedoch nicht vergessen, dass selbst das entspannendste Urlaubs-Feeling kein Garant für gesundheitliches Wohlbefinden ist. Ob Reiseübelkeit, Sonnenallergie oder Magenverstimmung: Reisekrankheiten sind beim Reisen keine Seltenheit, so dass die Reiseapotheke dementsprechend gut ausgestattet sein sollte.

Darüber hinaus können Sie oder einer Ihrer Reisebegleiter während des Italienaufenthalts natürlich auch einen Unfall erleiden oder ernsthaft erkranken. Deshalb sollten Sie sich rechtzeitig vor Reiseantritt mit diesem wichtigen Thema beschäftigen.

Gegen viele Infektionskrankheiten gibt es glücklicherweise eine Schutzimpfung. So empfiehlt das Auswärtige Amt, vor jeder Auslandsreise den bestehenden Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen bzw. zu ergänzen. Für Italien werden neben den Standardimpfungen wie Tetanus, Masern und Diphtherie auch Impfungen gegen Hepatitis A und Hepatitis B empfohlen.

Krank in Italien – was ist in diesem Fall zu tun? Damit gesundheitliche Probleme im Urlaub nicht auch noch dramatische finanzielle Folgen haben, bietet die AOK PLUS wertvolle Informationen!
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Zusätzlich zu den gängigen Infektionsrisiken lauern in fremden Ländern zuweilen auch fremdartige Gefahren, die hierzulande selten bis gänzlich unbekannt sind. Was nicht nur für exotische Länder auf anderen Kontinenten gilt, sondern durchaus auch für europäische Länder. Beispielsweise nehmen die Neuansteckungen von West-Nil-Fieber in Europa kontinuierlich zu, so dass auch aus Italien einige Fälle gemeldet wurden: Die Virus-Erkrankung wird von Zugvögeln verbreitet und von tagaktiven Mücken auf den Menschen übertragen. Da die Erkrankung tödlich enden kann, ist ein entsprechender Mückenschutz lebenswichtig und somit obligatorisch.

Außer dem West-Nil-Virus wird auch das Chikungunya-Fieber durch tagaktive Mücken übertragen. In den vergangenen Jahren wurde aus verschiedenen Regionen Italiens eine nicht unerhebliche Zahl an Erkrankungen gemeldet.

Weniger gefährlich, aber dennoch nicht zu unterschätzen, ist das Risiko, in Italien am sogenannten Toskana-Fieber zu erkranken: Es wird durch Sandmücken (Phlebotomen) übertragen und deshalb auch Phlebotomus-Fieber genannt.

Für eine optimale Expositionsprophylaxe sollten Sie (auch tagsüber!) im Italienurlaub luftig-leichte Kleidung tragen, die möglichst den ganzen Körper bedeckt, und auf alle freien Körperstellen Mückenschutzmittel auftragen. 

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es während Ihres Italienaufenthalts natürlich dennoch zu gesundheitlichen Problemen kommen. Wenn Sie in Italien krank werden, sollten Sie Folgendes wissen und beachten:

Krank in Italien: Reicht der Schutz Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung?

Genau wie Deutschland ist auch Italien Mitglied der Europäischen Union. Deshalb haben gesetzlich Krankenversicherte bei einem Italienaufenthalt einen Anspruch auf medizinische Versorgung: Sie benötigen lediglich Ihren Personalausweis oder Reisepass und die Krankenversicherungskarte Ihrer gesetzlichen Krankenkasse, auf deren Rückseite die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) abgedruckt ist.

Doch auch wenn somit eine gewisse Grundversorgung gewährleistet ist: Sie sollten wissen, dass die Inanspruchnahme der gesetzlichen Leistungen gewisse Einschränkungen mit sich bringt und vor allem einige Risiken in sich birgt.

  1. Keine freie Arztwahl: Wenn Sie die Leistungen Ihrer gesetzlichen Krankenkasse in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie sich an einen Vertragsarzt bzw. eine Vertragsärztin wenden. Was die Auswahl der in Frage kommenden Ärzte natürlich erheblich minimiert und die Suche nach der richtigen Arztpraxis entsprechend erschwert. Mancherorts gibt es allerdings auch einen speziellen Gesundheitsdienst für Touristen (Servizio di guardia turistica), an den man sich im Fall der Fälle wenden kann.
  2. Keine Erstattung von Privatrechnungen: Insbesondere in touristisch erschlossenen Gebieten finden sich in der Regel zahlreiche Privatärzte und Privatkliniken. Die Kosten für private Behandlungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse jedoch nicht erstattet – auch nicht anteilig. Wer also eine Privatbehandlung (auf entsprechend hohem Niveau) wünscht, muss diese komplett selbst finanzieren.
  3. Standards nach italienischem Recht: Wer den Krankenversicherungsschutz der heimischen Krankenkasse in Anspruch nimmt und sich von einem der Vertragsärzte behandeln lässt, wird nicht wie ein Tourist, sondern wie ein Einheimischer behandelt. Das gilt nicht nur für die medizinischen Versorgungsstandards (die sich natürlich von den deutschen unterscheiden), sondern auch in Bezug auf die Zuzahlungen. So müssen beispielsweise neben Rezeptgebühren auch Gebühren für Untersuchungen, Behandlungen und Verordnungen gezahlt werden. Was die Urlaubskasse deutlich minimieren kann.
  4. Keine Kostenübernahme für Zahnärzte: Während der Zahnarztbesuch bei uns in Deutschland zur Grundleistung gesetzlicher Krankenkassen zählt, müssen die Kosten für zahnärztliche Behandlungen in Italien im Allgemeinen komplett selbst übernommen werden. Womit viele Italienreisende natürlich nicht rechnen.
  5. Kostenrisiko Krankenrücktransport: In existentiell gefährliche Höhen können die privat zu tragenden Kosten schnellen, wenn die Rückreise per Ambulanzflug angetreten werden muss. Bei einem Krankentransport von Italien nach Deutschland werden um die 20.000 Euro fällig, die ohne Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung vom erkrankten Urlauber selbst zu tragen sind. Was für so manchen Normalverdiener das finanzielle Aus bedeuten und zur Privatinsolvenz führen kann.

Eine Reisekrankenversicherung bietet viel Schutz für wenig Geld

Schlimm genug, wenn man plötzlich krank in Italien sitzt oder liegt, anstatt in vollen Zügen „la dolce vita“ zu genießen. Doch weitaus schlimmer kann es werden, wenn man aufgrund gesundheitlicher Probleme während des Urlaubs in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Was schneller passieren kann als man denkt, wenn zum Beispiel die Kosten für medizinische Privatbehandlungen oder einen Rettungsflug beglichen werden müssen.

Damit im Krankheitsfall nicht auch noch Ihr Konto in Mitleidenschaft gezogen wird, empfehlen alle offiziellen Stellen wie der Bund der Versicherten, das Auswärtige Amt oder Stiftung Warentest: Jeder, der eine Auslandsreise plant, sollte rechtzeitig eine private Reisekrankenversicherung abschließen. Denn die kostet nicht viel und kommt für alle Kosten auf, die aufgrund von Erkrankungen oder Verletzungen während eines Auslandsaufenthalts entstehen – von ärztlichen oder zahnärztlichen Behandlungen über Arzneimittel bis zum Rückflug per Krankentransport.

Unter der kostenlosen Service-Hotline 0800 1059000 sind wir rund um die Uhr für Sie da.

Oder kommen Sie einfach persönlich in einer unserer zahlreichen Filialen vorbei: Gern geben wir Ihnen weitere gute Tipps zum Thema Gesundheit und Reisen – von den empfohlenen Reiseschutzimpfungen für Ihr Reiseziel bis hin zu wichtigen Adressen für den Notfall. Ob krank in Italien oder anderen Ländern dieser Erde: Die AOK PLUS wünscht Ihnen ein angenehmes Reisen!