Gesundheit

Krank im Ausland

Krank im Ausland – was tun? Alles, was Sie wissen müssen

Ob in Sachsen, Thüringen oder anderswo in Deutschland: Die spanische Balearen-Insel Mallorca gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Doch auch Hurghada, Sharm El Sheik und viele andere Urlaubsorte sind immer eine Reise wert. Insbesondere sonnige Länder des Südens versprechen mit zahlreichen Sonnenstunden, paradiesischen Sandstränden und exotischem Flair einen rundum unvergesslichen Urlaub.

Selbst Sonnenländer können Schattenseiten haben

Was man bei aller Begeisterung nicht vergessen sollte: Selbst das schönste Urlaubsparadies kann zum Albtraum werden, wenn man plötzlich erkrankt. Unabhängig davon, ob Sie selbst, Ihr/e Partner/in oder Ihr/e Kind/er betroffen sind: Akute Krankheiten, Unfälle oder andere gesundheitliche Probleme während eines Auslandsaufenthalts können nicht nur die Urlaubsfreuden verderben, sondern auch in finanzieller Hinsicht schwerwiegende Folgen haben. Insbesondere, wenn spezielle Maßnahmen erforderlich sind. Müssen beispielsweise die Kosten für Notarzt, Operation, Klinikaufenthalt und/oder Rücktransport übernommen werden, kann dies für viele sogar den finanziellen Ruin bedeuten.

Reicht in Europa nicht die europäische Krankenkassenkarte?

Viele deutsche Reisende glauben, dass sie mit ihrer normalen Krankenkassenkarte ausreichend abgesichert sind, weil der Versicherungsschutz – zumindest innerhalb der EU – auch außerhalb Deutschlands besteht.

Grundsätzlich ist das korrekt: Im Krankheitsfall während eines Auslandsaufenthalts kann die europäische Krankenversicherungskarte in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union eingesetzt werden. Konkret heißt das: Die Kosten für alle dringend erforderlichen medizinischen Behandlungen und Arzneimittel werden von der heimischen Krankenkasse übernommen. Wer also nach Spanien, Frankreich, Griechenland & Co. reist, hat entsprechenden Anspruch auf eine medizinische Grundversorgung und profitiert somit von einem gewissen Basisschutz.

Allerdings gibt es einige Einschränkungen:

  • Keine freie Wahl der Ärzte/Krankenhäuser: Der Versicherungsschutz besteht nur für Ärzte und Krankenhäuser, die dem gesetzlichen Krankenversicherungssystem angehören. Die Kosten für Privatärzte und Privatkliniken hingegen werden nicht übernommen. Das sind jedoch diejenigen, die in Urlaubsgebieten am meisten zu finden sind. Insbesondere die – zuweilen sogar aus Deutschland stammenden – Hotelärzte stellen oftmals nur Privatrechnungen aus. Hinzu kommt: Öffentliche medizinische Versorgungsmöglichkeiten sind nicht in jedem Reiseland überall verfügbar. Und wenn, dann spricht man nicht überall Ihre Sprache oder oft genug nicht einmal Englisch. Eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden sollte: Verständigungsschwierigkeiten mit einheimischen Ärzten können unter Umständen zu Fehldiagnosen und entsprechenden Falschbehandlungen führen.
  • Für gesetzliche Leistungen gelten nicht die deutschen Versorgungsstandards, sondern die jeweiligen Bestimmungen des Reiselandes. Das heißt, erkrankte Touristen werden nicht wie Touristen behandelt, sondern wie Einheimische. Was weit unter dem deutschen Niveau liegen kann.
  • Übernommen werden nur die deutschen Abrechnungssätze: Bei einem stationären Aufenthalt erstatten gesetzliche Krankenkassen nur das, was deutschen Sätzen entspricht. Sind die Beträge höher (was gerade in touristisch erschlossenen Gebieten schnell der Fall sein sein), bleibt der Urlauber auf der Differenz sitzen.
  • Keine Kostenübernahme für Krankenrücktransport: Sofern die „dringend erforderliche medizinische Versorgung“ im Urlaubsland erfolgen kann, werden die Kosten für einen Krankenrücktransport nicht übernommen.

Noch gravierender: Außerhalb der EU besteht überhaupt kein Versicherungsschutz

Krank im Ausland - was tun? Damit ein Krankheitsfall im Urlaub nicht auch noch schwerwiegende finanzielle Folgen hat, bietet die AOK PLUS hilfreiche Informationen und wertvolle Tipps!
Krank im Ausland – was tun? Damit ein Krankheitsfall im Urlaub nicht auch noch schwerwiegende finanzielle Folgen hat, bietet die AOK PLUS hilfreiche Informationen und wertvolle Tipps!

Besteht zwischen Deutschland und dem jeweiligen Reiseland kein Sozialversicherungsabkommen, werden von gesetzlichen Krankenkassen überhaupt keine Kosten übernommen. Ob beim Tauchurlaub in Ägypten, beim Strandurlaub in Thailand oder bei Rundreisen durch die USA: Krankheit im Ausland, sei es nur ein „harmloser“ Beinbruch, kann folgenschwere finanzielle Konsequenzen haben, wenn ein stationärer Aufenthalt – wie in Amerika – mit 2.000 Euro pro Tag zu Buche schlägt. Ein Tag auf der Intensivstation kann sogar das Fünffache kosten. Und sollte für die Rückreise ein Krankentransport per Ambulanzflug nötig sein, kostet bereits der Flug von Mallorca nach Deutschland 10.000 Euro. Fernreisen sind entsprechend kostspieliger: Während ein Krankenflug aus der Karibik rund 60.000 Euro kostet, können für die Rückreise aus Australien bis zu 100.000 Euro fällig werden. Keine Frage: Bei unerwarteten Zahlungsverpflichtungen in diesen Höhen droht selbst Gutverdienern die Privatinsolvenz.

Krank im Ausland: Ohne Liquidität keine Behandlung

Unabhängig davon, ob die Behandlungskosten nach Rückkehr übernommen werden oder nicht: Bei jeder Behandlung muss der Patient erst einmal in finanzielle Vorleistung gehen und sich die Erstattungskosten anschließend ggf. vom entsprechenden Kostenträger zurückholen.

Da EC- und Kreditkarten nicht überall akzeptiert werden, sollten Sie beim Aufsuchen einer Arztpraxis oder Klinik ausreichend Bargeld dabeihaben. Andernfalls kann es sein, dass man Ihnen die Hilfe verwehrt.

In jedem Fall sollte man sich vor dem Bezahlen eine ordentliche Rechnung ausstellen lassen. Mit Vor- und Nachnamen des Patienten, Diagnose, Behandlungsdaten und genauer Auflistung der Einzelleistungen. Nach Möglichkeit auf Deutsch oder zumindest Englisch. Anderssprachige Rechnungen müssten unter Umständen auf Ihre Kosten übersetzt werden, um von der Versicherung akzeptiert zu werden.

Gleiches gilt für Medikamentenrechnungen, die von einer gesetzlichen Krankenkasse abzüglich der jeweiligen Selbstbeteiligung erstattet werden, während eine Auslandskrankenversicherung 100% Kostenerstattung bietet.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung lohnt sich immer

Ganz gleich, ob Sie innerhalb der Europäischen Union bleiben oder in ein Reiseland außerhalb der EU reisen: Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ist vor jeder Auslandsreise empfehlenswert. Denn damit haben Sie nicht nur für wenig Geld den vollen finanziellen Schutz, sondern können auch den Arzt frei wählen.

Lassen Sie sich einfach beraten: Die AOK PLUS Filiale in Ihrer Nähe ist immer für Sie da. Auch telefonisch unter der kostenlosen Service-Hotline 0800 1059000: Gern geben wir Ihnen weitere gute Tipps, was Sie schon vor der Abreise für einen möglichst unbeschwerten Urlaub tun können – von der Reiseschutzimpfung über Informationen hinsichtlich der medizinischen Versorgung am Urlaubsort bis hin zu nützlichen Notfalladressen.

Die AOK PLUS wünscht Ihnen und Ihrer Familie einen erholsamen Urlaub!