Gesundheit

Knieschmerzen und Muskelkater nach Skifahren – Was hilft dagegen?

Knieschmerzen und Muskelkater nach Skifahren: Ursachen, Behandlung und Prävention

Alpiner Skisport im Ski- und Winterurlaub macht großen Spaß, stellt aber auch hohe Anforderungen an den Körper. Nicht nur, weil man auf der Skipiste den ganzen Tag in Bewegung ist. Sondern vor allem, weil man beim Skifahren so viele ungewohnte Bewegungen macht. Denn diese ungewöhnliche starke Belastung der Muskulatur kann – wie man auch von anderen Sportarten weiß – schnell zu einem Muskelkater oder Knieschmerzen führen.

Was ist ein Muskelkater überhaupt – und wie entsteht er?

Durch ungewohnte Belastungen (wie ungewohnte Bewegungsabläufe oder eine besonders intensive Beanspruchung der Muskulatur) können in den Muskeln kleine Muskelfaserverletzungen wie beispielsweise Muskelfaserrisse entstehen. Diese können zu Muskelschmerzen führen, die in der Regel ein bis drei Tage nach der Belastung auftreten: Die betroffenen Muskeln schmerzen dann schon bei den kleinsten Bewegungen und fühlen sich verhärtet, schwer und kraftlos an. Somit bedeutet ein Muskelkater oftmals erhebliche Bewegungseinschränkungen, die den Spaß am Skifahren deutlich mindern oder sogar gänzlich verderben können. Besonders häufig tritt nach dem Skifahren übrigens ein Oberschenkel- oder Wadenmuskelkater auf.

Wie sollte man sich bei einem Muskelkater verhalten?

Grundsätzlich müssen Sie sich keine großen Sorgen machen, wenn Sie nach dem Skifahren Muskelkater bekommen: Die geschädigten Muskelfasern bedürfen keiner besonderen Behandlung, da sie sich von selbst wieder regenerieren.

Doch auch wenn ein Muskelkater im Prinzip harmlos ist und früher oder später (in der Regel nach wenigen Tagen) einfach wieder verschwindet, ohne dass Folgeschäden zu befürchten wären: Wenn nach der Anfangseuphorie plötzlich alle Muskeln wehtun und „nicht mehr wollen“, kann einem die Lust auf die Piste wirklich vergehen.

Deshalb soll an dieser Stelle verraten werden, wie Sie einen Muskelkater behandeln und lindern können. Denn mit unseren Tipps lassen sich die körperlichen Beschwerden und Beeinträchtigungen zumindest bis auf ein erträgliches Maß minimieren:

Hilfreiche Tipps gegen Muskelkater nach dem Skifahren

Knieschmerzen und Muskelkater Skifahren
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  • Wärmetherapie: Wohltuende Wärmebehandlungen lindern den Schmerz und fördern die Durchblutung – und die wiederum kann zu einer schnelleren Heilung der Muskelfasern beitragen. Ob Wärmekissen, warme Bäder oder ein Saunabesuch: Am besten gönnen Sie Ihren Muskeln bereits direkt nach dem ersten Sporttag reichlich Wärme, also bevor der Muskelkater überhaupt entsteht. So lassen sich die Auswirkungen nämlich schon im Vorfeld oftmals deutlich abmildern.
  • Bewegung statt Ruhigstellung: Die betroffenen Muskelgruppen sollten nicht nur durch Wärmezufuhr von außen aufgewärmt werden, sondern auch von innen – und zwar durch (etwas!) Bewegung. Besonders bewährt haben sich leichte Belastungen wie Laufen, Radfahren oder Wassergymnastik (also Ausdauertraining statt Krafttraining). Alternativ kann der Sport, der zum Muskelkater geführt hat, auch weiter betrieben werden. Allerdings nur auf erheblich niedrigerem Niveau und in Maßen, also in deutlich geringerer Intensität!
  • Lockerung und Dehnung: Durch leichte (!) Dehnungsübungen und Lockerungsübungen lässt sich der Muskelschmerz ebenfalls ein wenig mildern. Doch auch hier gilt die Devise: Weniger ist mehr. Deshalb sollte man auch vom Massieren absehen, da Massagen die beschädigten Muskelfasern nur noch mehr strapazieren und den Heilungsprozess sogar verlangsamen können.
  • Sportsalben: Die Natur schenkt uns wertvolle Wirkstoffe, die durchblutungsfördernd und/oder entspannend wirken. Besonders bewährt haben sich in der Muskelkaterbehandlung Arnika, Eukalyptus, Rosmarin, Ingwer, Fichtennadel und Franzbranntwein.
  • Schmerzmittel: Wie gegen alle Schmerzen kann man natürlich auch bei Muskelkater Schmerzmittel nehmen.
  • Geduld: Im Zweifelsfall einfach abwarten. Nach wenigen Tagen (spätestens nach einer Woche) ist der Muskelkater im Normalfall ganz von selbst wieder verschwunden. Falls die Schmerzen jedoch nach zehn Tagen noch anhalten, sollten Sie zur Abklärung einen Arzt aufsuchen.

Was kann man vorbeugend gegen Muskelkater tun?

Muskelkater oder auch Knieschmerzen vorbeugen ist bekanntlich besser als Behandeln. Die beste Vorbeugungsmaßnahme ist immer noch die körperliche Vorbereitung auf den Skiurlaub, mit der Sie spätestens drei Monate vor Reiseantritt beginnen sollten:

  • Konditionstraining – wie Schwimmen, Radfahren und Laufen
  • Krafttraining – zur Stärkung der Muskelgruppen, die beim Skifahren besonders beansprucht werden (insbesondere Oberschenkel- und Wadenmuskulatur, aber auch Bauch- und Rückenmuskulatur nicht vergessen!)
  • Skigymnastik – spezielle Übungen, um die skirelevanten Muskeln an die ungewohnten Bewegungen zu gewöhnen

Ebenso wichtig wie ein umfassendes Sporttraining vor dem Skiurlaub ist das richtige Verhalten im Urlaub selbst , um Verletzungen und Muskelkater vorzubeugen. Vor allem in den ersten Tagen haben sich die folgenden Präventionstipps bewährt: Gehen Sie es gemächlich an und starten Sie langsam! Auch wenn die Begeisterung darüber, endlich wieder auf den Brettern zu stehen, dazu verleitet, am ersten Tag kein Ende zu finden: Übertreiben Sie es bitte nicht. Wer sich am Anfang nicht gleich auspowert und den Muskeln immer wieder eine kleine Auszeit gönnt (auch am berühmt-berüchtigten dritten Tag!), hat gute Chancen, einen Muskelkater zu vermeiden!

Knieschmerzen nach Skifahren sind kein Muskelkater

Neben Muskelschmerzen können beim oder nach dem Skifahren natürlich auch andere Schmerzen auftreten – und zwar in den unterschiedlichsten Körperbereichen. Am häufigsten ist hiervon das Kniegelenk betroffen, weil dieses beim Skifahren besonders stark beansprucht wird. Durch die seitliche Belastung und die Rotation des Knies beispielsweise wird ein starker Druck auf den Meniskus und ein starker Zug auf die Bänder ausgeübt. Auch durch Vibrationen, die das Fahren auf hartem Untergrund mit sich bringt, werden die Gelenke sehr beansprucht und belastet.

Selbst eine fehlende oder mangelhafte Vorbereitung auf den Skiurlaub kann zu Knieschmerzen beim Skifahren führen: Eine nicht ausreichend trainierte, mangelnde Beinmuskulatur kann nämlich zu Fehlhaltungen führen – und diese wiederum zu Knieschmerzen.

Was kann man präventiv gegen Knieschmerzen durch Skifahren tun?

Ob man vorbeugend etwas gegen Knieschmerzen beim Skifahren tun kann, hängt natürlich von der jeweiligen Art und Ursache der Knieschmerzen ab. Solche, die durch mangelnde Beinmuskulatur bedingt sind, lassen sich logischerweise durch ein entsprechendes Beintraining im Vorfeld vermeiden.

Andere Knieschmerzen wiederum – wie z. B. die durch die besondere Beanspruchung hervorgerufenen – lassen sich nur bedingt vorbeugen. Gegen Überlastungsschmerzen hilft nur ein regelmäßiges Pausieren: Übertreiben Sie es nicht, legen Sie immer wieder Ruhepausen ein und gönnen Sie Ihrem Körper regelmäßige Entspannung. Am besten in Kombination mit wohltuender Wärme.

Neben vorbeugendem Muskeltraining und ausreichenden Erholungspausen haben sich auch spezielle Kniebandagen bewährt: Kompressionsbandagen beispielsweise sorgen für eine bessere Durchblutung, die das Schmerzgefühl lindert und den Heilungsprozess von Mikroverletzungen beschleunigt. Eine noch größere Unterstützung bieten stabilisierende Kniebandagen, die das Kniegelenk stärken, entlasten und in seiner Funktionsweise unterstützen.

Darüber hinaus gibt es natürlich viele weitere Kniebeschwerden und Knieverletzungen – von Verschleiß über akute Entzündungen bis zur Arthrose (mit der man vom Skifahren besser Abstand nehmen sollte). Im Zweifelsfall sollten Sie schmerzende Knie durch Skifahren von einem Arzt untersuchen lassen, um die Ursachen abklären zu lassen: Eine klare Diagnose ist die beste Voraussetzung für eine wirkungsvolle Therapie. Und die ist der erste Schritt zur Besserung und Heilung.

Bei Knieschmerzen nach Unfall oder Sturz unbedingt zum Arzt!

Wenn Knieschmerzen nicht „einfach so“ nach dem Skifahren auftreten, sondern nach einem Sturz o. ä., ist ein sofortiger Arztbesuch notwendig. Stürze oder andere Skiunfälle können nicht nur zu vergleichsweise harmlosen Prellungen oder Zerrungen führen, sondern auch gravierendere Knieverletzungen wie Meniskusriss, Kreuzbandriss oder Kniescheibenbruch zur Folge haben. Also Verletzungen, die ohne die richtige Behandlung langfristige Knieprobleme verursachen können. Im Zweifelsfall also lieber einmal zu oft zum Arzt gehen als einmal zu wenig!

Wer zahlt medizinische Behandlungen von Knien & Co.?

Die meisten Skifahrer fahren zum Winter- und Skiurlaub in ein Alpenland. Alpenländer gehören zur EU, in der beim Arztbesuch einfach die Chipkarte der heimischen Krankenkasse vorgelegt werden kann. Um Muskelkater und Knieschmerzen nach Skifahren durch einen Arzt abklären zu lassen, reicht Ihre normale Krankenversicherungskarte also grundsätzlich aus.

Anders verhält es sich im Falle eines Skiunfalls auf der Piste: Manche Kosten, die durch einen Unfall auf der Skipiste verursacht werden können, werden von gesetzlichen Krankenkassen nämlich nicht übernommen. Zum Beispiel die für eine Bergung von der Piste oder eine eventuell erforderliche Rückreise per Ambulanzflug, dessen Kosten leicht in den sechsstelligen Bereich gehen können.

Ein Risiko, das für so manchen Normalverdiener sicherlich das finanzielle Aus bedeuten kann. Deshalb lohnt sich für jede Reise eine private Reisekrankenversicherung, die vielfach 100% aller Kosten für medizinisch notwendige Leistungen übernimmt – selbst bei einem Privatarzt. So wird bei gesundheitlichen Problemen garantiert niemals Ihr Portemonnaie in Mitleidenschaft gezogen. Also am besten gleich Ihre Reisekrankenversicherung abschließen!