Gesundheit

Impfschutz

Warum ist Impfschutz besonders für Reisende so wichtig?

Auch wenn das Thema Impfschutz durchaus kontrovers diskutiert wird und sicherlich nicht jede mögliche Schutzimpfung für jeden erforderlich ist: Es gibt diverse Basisschutzimpfungen, die ausnahmslos jeder Bundesbürger vornehmen lassen sollte. Diese empfohlenen Basisimpfungen basieren auf den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO): Hierbei handelt es sich um ein unabhängiges Expertengremium, das anhand aktueller Entwicklungen und Risikofaktoren die entsprechenden Empfehlungen entwickelt. 

Die Arbeit der STIKO erfolgt vor dem Hintergrund neuester medizinischer Forschungen, Erkenntnisse und Impfstoffinnovationen. Hierbei spielen auch die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und pharmazeutische Qualität der jeweiligen Impfstoffe relevante Rollen. Somit gelten die STIKO-Empfehlungen als medizinischer Standard und damit als bedeutender Basisschutz für jeden.

Doch nicht nur für den Einzelnen haben diese offiziellen Impfempfehlungen Relevanz: Auch die gesundheitliche Situation der Gesamtbevölkerung hängt von diesen Empfehlungen bzw. deren Ausführungen ab. Denn: Bei der Entwicklung ihrer Impfempfehlungen berücksichtigt die STIKO neben dem individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnis des zu Impfenden auch die gesundheitliche Gesamtlage unseres Landes. Was eine wichtige Voraussetzung ist, um die Bevölkerung optimal und flächendeckend vor Infektionsrisiken zu schützen. Denn: Je größer die Impfakzeptanz in der Bevölkerung, desto erfolgreicher die Eliminierung von Krankheitserregern auf breiter Ebene. 

Daraus folgt: Wer die Impfempfehlungen der STIKO ignoriert, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Insofern ist es wichtig, einen Impfpass zu haben und die empfohlenen Schutzimpfungen vollständig und rechtzeitig durchführen zu lassen.

Was übrigens umso mehr für alle Menschen gilt, die auf Reisen gehen. Erstens, weil in fremden Ländern auch fremde Gefahren drohen. Und zweitens, weil im Falle eines Falles nicht überall auf der Welt eine entsprechende medizinische Versorgung gewährleistet ist. Der Klügere beugt also vor und schützt sich und seine Gesundheit mit entsprechenden Vorsorgeimpfungen. Wobei die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen nur die Basis bilden. 

Welche Impfungen gehören laut STIKO zum Impfkalender?

Die meisten Grundimmunisierungen erfolgen bereits im Säuglings- bzw. Kindesalter und müssen im Laufe des Lebens aufgefrischt werden. Wurde die Grundimmunisierung versäumt, kann die Erstimmunisierung auch in späteren Jahren durch eine Nachholimpfung erfolgen. Es empfiehlt sich, regelmäßig einen Blick in den persönlichen Impfausweis zu werfen und die erforderlichen Intervalle einzuhalten. Aktuell werden folgende Basisschutzimpfungen empfohlen:

  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Hib (H. influenzae Typ b)
  • Poliomyelitis
  • Hepatitis B
  • Pneumokokken
  • Rotaviren
  • Meningokokken C
  • Masern
  • Mumps, Röteln
  • Varizellen
  • Influenza
  • HPV (Humane Papillomviren)

Was Sie über Impfschutz für Reisende wissen sollten 

Planen Sie eine Reise? Egal wo, wann oder wie lange: Der entsprechende Impfschutz ist obligatorisch.
Planen Sie eine Reise? Egal wo, wann oder wie lange: Der entsprechende Impfschutz ist obligatorisch.

In so manch fremdem Land lauert so manches Infektionsrisiko, das hierzulande unbekannt ist. Zum einen, weil es manche Krankheitserreger – wie Malaria, Denguefieber & Co. – in Deutschland gar nicht gibt. Zum anderen, weil die hygienischen Bedingungen wie beispielsweise die Qualität des Leitungswassers in jedem Land anders sind. 

Darüber hinaus gibt es gewisse Übertragungsarten, die wir in Deutschland nicht kennen und somit auch nicht als Risiko einschätzen. In Mittelmeerländern beispielsweise, die für ihre Vielfalt an Fischspezialitäten bekannt sind, können Meeresfrüchte und roher Fisch eine Übertragungsmöglichkeit für Hepatitis-A-Viren sein. 

Somit gilt selbstverständlich auch beim Reisen – insbesondere bei Fernreisen – die Devise: Vorbeugen ist besser als Heilen. Fakt ist: Schutzimpfungen bieten die beste Möglichkeit, um den entsprechenden Gesundheitsrisiken und Krankheiten vorzubeugen.

Welcher zusätzliche Impfschutz empfiehlt sich für Reisende? 

Für zahlreiche Urlaubsländer werden Schutzimpfungen gegen folgende Infektionskrankheiten empfohlen:

  • Hepatitis A: eine von Viren verursachte Leberentzündung, die durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel sowie bei der Benutzung unsauberer Toiletten und Handtücher übertragen werden kann
  • Hepatitis B: eine weltweit sehr verbreitete Lebererkrankung, die durch Körperflüssigkeiten übertragen wird (nicht nur bei sexuellen Kontakten, sondern auch z. B. durch schlecht gesäuberte Tätowiernadeln etc.)
  • Tollwut (Rabies): eine lebensbedrohliche Virusinfektion des zentralen Nervensystems, die durch den Speichel infizierter Tiere übertragen wird (durch Bisse oder andere Kontakte mit den Schleimhäuten)
  • Typhus: die Bakterien werden durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser übertragen und können schwere Bauchschmerzen und Durchfälle verursachen

Achtung: Welche Reiseschutzimpfung Sie tatsächlich benötigen, hängt natürlich von Ihrem Reiseziel und weiteren Bedingungen ab. Insofern kann diese Liste eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Zumal Sie auch unbedingt beachten sollten:

Manche Impfungen sind für die Einreise in bestimmte Reiseländer vorgeschrieben

In manchen Ländern sind bestimmte Schutzimpfungen – zum Beispiel in Ghana gegen Gelbfieber – gesetzlich vorgeschrieben. Das heißt, dass das Einreisen ohne entsprechenden Impfnachweis nicht möglich ist. Damit Ihre Urlaubsreise nicht schon bei der Ankunft am Zielort beendet werden muss, sollten Sie sich frühzeitig über die jeweiligen Impfbestimmungen Ihres Reiselandes informieren. Und natürlich, sofern erforderlich, rechtzeitig die vorgeschriebenen Impfungen durchführen lassen. 

Reisen Sie auf Nummer sicher: Informieren und schützen Sie sich rechtzeitig vor Reiseantritt

Da die Impfempfehlungen der STIKO für Deutschland gelten, sollten Sie sich vor jedem Auslandsaufenthalt reisemedizinisch beraten lassen. Neben spezialisierten niedergelassenen Ärzten bieten Tropeninstitute und Gesundheitsämter eine kompetente Beratung. Dafür sollten Sie folgende Informationen bereithalten: 

  • Reiseziel und -art
  • Zeitpunkt und Dauer des Aufenthalts
  • Ihr aktueller Gesundheitszustand (chronische oder akute Erkrankungen)
  • Medikamente, die Sie zurzeit oder dauerhaft einnehmen
  • aktuell bestehender Impfschutz laut Impfausweis
  • Übrigens lohnt sich auch ein Blick auf die Internetseiten des Auswärtigen Amtes: Hier finden Sie neben Informationen zu den gesundheitlichen Risiken verschiedener Reiseländer auch generelle Reiseinformationen und Reisewarnungen. 

Selbstverständlich können Sie sich auch direkt an Ihre Krankenkasse wenden. So erfahren Sie dann gleich, für welche Reiseschutzimpfung/en Ihre Krankenkasse welche Kosten übernimmt. Denn Impfungen für Auslandsreisen zählen nicht zu den gesetzlichen Regelleistungen, so dass unterschiedliche Krankenkassen unterschiedliche Impfkosten übernehmen. 

Die AOK PLUS bietet Rundumschutz bei allen Auslandsreisen

Für Sachsen und Thüringen ist die AOK PLUS die erste Adresse: Neben zahlreichen Filialen bietet Ihre Gesundheitskasse unter der Servicenummer 0800 1059000 eine kostenfreie Telefon-Hotline. Dort stehen Ihnen rund um die Uhr kompetente Gesundheitsexperten für alle Fragen rund um die Gesundheit zur Verfügung. So können Sie sich selbstverständlich auch zum Thema Reiseschutzimpfungen kostenlos beraten lassen. 

Hilfreich für eine wirklich individuelle Beratung sind konkrete Informationen zu Reiseziel, Reiseroute, Reisezeit, Reisedauer und ggf. individuellen Erkrankungen und Medikamenten. Auch der persönliche Impfausweis sollte bei der Beratung zur Hand sein. Nutzen Sie diese besondere Serviceleistung, die gratis, aber ganz bestimmt nicht umsonst ist!