Gesundheit

Hygiene im Hotel

Dinge, die man im Hotelzimmer meiden sollte

Endlich Urlaub. Endlich alles abschütteln, was im Alltag für Stress gesorgt hat. Endlich Erholung und Entspannung. Zeit mit Familie und Freunden verbringen und Neues entdecken. Keine Termine, kein Wecker, etwas Sport treiben, gut essen. Vielleicht sogar ein schönes Hotel in Strandnähe mit Pool-Landschaft und vielfältigen Sport- und Kulturangeboten.

Doch was auf den ersten Blick exakt so ansprechend wie im Prospekt aussieht, ist manchmal keinesfalls ein Traumhotel. Leider lauern in einem Hotelzimmer oft kleinere und größere Hygienefallen – und wir von der AOK PLUS möchten Ihnen dabei helfen, diese Mängel zu erkennen und zu beseitigen.

Übrigens: Entgegen der landläufigen Meinung schneiden Vier- und FünfSterneHotels nicht unbedingt besser als Drei-Sterne-Häuser ab. Und auch auf Kreuzfahrtschiffen als meerestaugliche Luxus-Hotels kann man entsprechende Hygienefallen finden.

Oftmals hat das Personal nur zwischen 12 bis 30 Minuten Zeit, um ein Zimmer zu reinigen und die Betten zu machen. Während der eine Hotelgast noch sein Zimmer räumt, wartet in der Rezeption schon der nächste Gast. Es ist für die Servicekräfte dann schwierig, ein „porentief“ reines Zimmer zu hinterlassen, so dass man die eine oder andere Nachlässigkeit sogar nachvollziehen kann.

Vertrauen Sie zunächst auf Ihre Nase: Im besten Falle sollte das Zimmer frisch und nicht muffig riechen. Alte Gerüche geben zum Beispiel einen Hinweis auf lange nicht gewaschene Vorhänge, schmuddelige Tagesdecken oder einen schlecht gereinigten Teppich. Und wo es nach Schimmel riecht, dort wird hinter dem Schrank auch welcher sein.

Hygienefalle Bett

Prüfen Sie dann das Bett. Wichtig ist natürlich, dass es frisch bezogen ist. Und unter dem Laken muss ein Matratzenschonbezug liegen. Auch das Kissen braucht einen hygienischen Extrabezug. Falls die Bezüge einen Reißverschluss haben, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für die hygienische Reinigung: So landen Schweiß und Hautschuppen in der Waschmaschine und nicht bei Ihnen als nächstem Gast.

Für den Fall, dass beim Abheben der Decken und Laken Matratzen zum Vorschein kommen, die sichtbar verschmutzt sind, bringen erfahrene Hotelgäste manchmal einen eigenen schützenden Hygiene-Bezug für die Matratze mit.

Auch Überdecken oder Wolldecken werden im Vergleich zur Bettwäsche nicht so häufig gewaschen. Es ist ratsam, diese Sachen entweder zu meiden oder mit einem Bettbezug zu überziehen. Gerade Milben oder Bettwanzen finden im Bett hervorragende Bedingungen vor: Feuchtigkeit und Hautschuppen sind ideale Voraussetzungen für diese Schädlinge.

Stichwort Bettwanzen: Sie lauern in Tapeten, Holzritzen, Teppichböden und Matratzen. Wer also nicht hundertprozentig auf die Hygiene im Hotel vertraut, sollte seinen Koffer vorsichtshalber auf dem Tisch, keinesfalls aber auf dem Boden oder dem Bett abstellen. Sollte Ihre Matratze von Bettwanzen befallen sein, dann besteht die Gefahr, dass diese den Weg vom Bett in den Koffer finden und dann in Ihre eigenen vier Wände importiert werden.

Barfuß laufen – keine gute Idee

Hygiene im Hotel
Die AOK PLUS zeigt typische Hygiene-Fallen im Hotel und wie Sie diese entdecken und unschädlich machen – so haben Fußpilz und Co. keine Chance!

Wer barfuß läuft, kann sich leicht eine Pilzinfektion holen. Teppichböden, Bettvorleger und Duschmatten sind die kritischen Stellen. Hier können winzige Hautschuppen liegen, durch die sich Hautpilz überträgt. Obwohl es wirksame Desinfektionsmittel gibt, werden sie in den Hotels kaum eingesetzt.

Die Zimmer mit Teppichboden und Läufern werden meistens nur mit dem Staubsauger gereinigt und höchstens alle 6 Monate desinfiziert. Immer mehr Hotels haben deshalb die plüschigen Badematten schon durch leicht waschbare Frotteetücher ersetzt.

Wer sich auf Reisen vor einer Fußmykose (Link Wikipedia) – so das Fachwort – schützen will, kann ein Anti-Pilzspray mitnehmen. Sinnvoller aber ist es nach Ansicht von Hygienefachleuten, dem Pilzbefall vorzubeugen. Dazu gehört, dass man im Hotelzimmer, am Swimmingpool und in der Sauna Hausschuhe oder Badelatschen träg. Hautärzte raten dazu, die Füße gut abzutrocknen, besonders zwischen den Zehen, denn Pilze nisten sich in feuchten Hautfalten an. Von hier können sie dann auf andere Körperpartien übergreifen.

Wer von einer Fußmykose befallen ist – Symptome sind Juckreiz, Entzündungen, nässende Hautstellen –, sollte zum Arzt gehen. Es gibt pilztötende Puder, Salben und Tinkturen mit Breitbandwirkung.

Hygiene im Hotel: Fernbedienungen und Lichtschalter sind Keimschleudern

Eine weithin unterschätzte Hygienefalle sind Lichtschalter, Türdrücker und Fernbedienungen. Es lohnt sich, eine Packung Desinfektionstücher ins Hotel mitzunehmen, um erst einmal diese Hygienefallen zu beseitigen.

Die eben genannten Gegenstände werden in einem Hotel von Hunderten von Händen angefasst und trotzdem meist nur oberflächlich mit einem feuchten Lappen abgewischt. Fernbedienungen mit den vielen Tasten und Ritzen sind schwer zu reinigen und aufgrund des knappen Zeitplans wird nur selten eine desinfizierende Grundreinigung durchgeführt.

Gerade für die Fernbedienung und ähnlich empfindliche Dinge, die man nicht mit Flüssigkeiten behandeln sollte, gibt es eine weitere, ganz einfache Methode, um den direkten Kontakt zu vermeiden: Packen Sie eine Plastiktüte (zum Beispiel eine mittelgroße Gefriertüte) von Zuhause ein und umhüllen Sie damit die Fernbedienung. So gehen Sie auf alle Fälle auf Nummer sicher.

Hygiene: Wasserkocher im Hotel können Keimherde sein

Wasserkocher gehören immer häufiger zur Standardausrüstung eines Hotelzimmers. Es ist ja auch super praktisch, sich abends noch einen Tee oder Kaffee kochen zu können, ohne dafür extra zur Hotelbar gehen zu müssen. Trotzdem sollten Sie diesen längeren Weg in Erwägung ziehen, wenn Sie dicke Kalkablagerungen oder Roststellen im Wasserkocher entdecken. Wird der Wasserkocher nicht immer komplett geleert, können sich im Restwasser Bakterien und Keime bilden, die sich dann auch in den Kalkresten ansiedeln. Gerade wenn das Wasser nur aufgewärmt und nicht gekocht wird, können diese Keime und Bakterien überleben und sich ausbreiten.

Einen Blick wert sind auch das Kabel und der Stecker: Wenn der Stecker verbogen ist oder Kabel aus der Isolierung herausragen, dann sollten Sie den Wasserkocher nicht benutzen. Die Gefahr eines Stromschlags darf nicht unterschätzt werden.

Gläser sind oft keine Hingucker

Die Gläser im Hotelzimmer sollten eigentlich jeden Tag ausgetauscht werden. Leider kommt es aber auch vor, dass sie nur kurz durchgespült oder abgewischt werden ­– schlimmstenfalls sogar mit den Lappen, mit denen zuvor auch Klobrille und Co. gereinigt wurden. Es kann sogar sein, dass sich auf einem Glas noch Fettränder oder Spuren von Lippenstift befinden.

Machen Sie es sich zur Regel, alles, was zum Essen benutzt wird, nochmal selbst gründlich zu reinigen. Wenn der Zimmerservice Essen aufs Zimmer bringt, sollten als Minimum Gabel, Löffel und Messer mit einer sauberen Serviette abgewischt werden. Nicht jedes Hotel verfügt über eine leistungsfähige Spülmaschine, wie Sie es von zuhause kennen.

Eiskühler –  der unbeachtete Keimträger

In fast jedem Hotel im warmen Süden steht ein Eiskühler, mit dem man sich von der Bar Eis mit ins Zimmer nehmen kann. Dieser gehört zwar zum Standardinventar – trotzdem kann man aber auch hier nicht sicher sein, wie dieser Behälter gereinigt wurde und, noch gravierender, was eventuell außer Eis sonst noch in ihm aufbewahrt wurde.

An der Hotelbar gibt es kühle Getränke, die unter hygienischeren Bedingungen hergestellt werden. Verzichten Sie deswegen auf den Eiskühler im Hotelzimmer.

Weitere Hygiene-Fallen im Hotel sind möglich

In jedem Hotelzimmer sind weitere Gegenstände als Hygienefallen zu finden, die ebenfalls von vielen Gästen angefasst wurden und wahrscheinlich auch nur oberflächlich abgewischt werden.

Dazu gehören

  • herumliegende Mappen mit Ausflugstipps
  • laminierte Speisekarten
  • die Tasten der Klimaanlage
  • die Toilettenbrille, und zwar auf der Ober- und der Unterseite
  • die Dusch- oder Badewanne sowie alle Badezimmer-Ablagen
  • sämtliche Bezüge von Polstermöbeln

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Zimmer nicht ordentlich gereinigt wurde und ungepflegt erscheint, dann gibt es nur eins: sofort und höflich, aber bestimmt reklamieren. So hat das Hotel die Möglichkeit, nachzubessern bzw. ein anderes Zimmer anzubieten. Wenn es hierbei Schwierigkeiten geben sollte, lässt man sich in ruhigem, sachlichen Ton den diensttuenden Manager geben.

Fruchtet auch dieses nicht, so hilft es, sich bei der Buchungsstelle zu melden. Die großen Hotelportale haben hierfür eigene Servicecenter – und eine ganz andere Verhandlungsposition gegenüber dem Hotel als der einzelne Gast.

Und zu guter Letzt: Es gibt trotz allem keinen Grund zur Panik! Der meiste Dreck ist ungefährlich. Regelmäßiges Händewaschen gehört deswegen zur einfachsten Schutzmaßnahme, um sich nicht zu infizieren. Oftmals können Desinfektionstücher ein gutes Mittel sein, um Keime und Bakterien zu beseitigen.

Wenn Sie unsere Hygiene-Tipps im Hotel beherzigen, dann haben Sie einen großen Schritt in Richtung unbeschwerten Urlaub gemacht – und den wünschen wir von der AOK PLUS Ihnen von Herzen.