Gesundheit

Henna-Tattoo

Urlaubserinnerung Henna-Tattoo: Schönes Souvenir oder Gesundheitsrisiko?

Ob in exotischen Reiseländern, am Strand des Balaton-Plattensees oder in den malerischen Gässchen von Palma de Mallorca: An zahlreichen Urlaubsorten weltweit wird den Touristen das sogenannte Henna-Tattoo angeboten. Und weil man gerade in fröhlicher Urlaubsstimmung ist und während des Urlaubs sowieso viel nackte Haut zeigt, entscheiden sich viele Urlauber für die kunstvolle Hautverzierung.

Aber Achtung: Der dekorative Körperschmuck sorgt nicht immer für schöne Erinnerungen. Ganz im Gegenteil kann diese spontane Urlaubslaune sehr unangenehme Folgen haben – auch langfristig.

Doch keine Sorge: Die AOK PLUS bietet umfassende Informationen über diesen beliebten Trend:

Woher kommen Henna-Tattoos eigentlich?

Ursprünglich stammen die kunstvollen Körperbemalungen mit dem natürlichen Farbstoff – deren offizieller Name „Mehndi“ oder auch „Mehendi“ lautet – aus Persien, von wo aus sich der Körperkult auch nach Indien und Nordafrika ausbreitete: Bereits in der Antike malten sich die Menschen ornamentale Verzierungen aus Hennafarben auf die Haut, wie Mumienfunde aus Ägypten beweisen. Nicht nur aus kosmetischen Gründen, sondern auch zu rituellen Zwecken. So zum Beispiel ist es in vielen arabischen Ländern auch heute noch Brauch, eine Braut zur Hochzeit einladend mit farbigen Ornament-Kunstwerken zu verzieren. Genauer gesagt die Hände – und manchmal auch noch die Unterarme und Füße.

Was genau sind Henna-Tattoos überhaupt?

Hennapulver ist ein roter Farbstoff, der aus den getrockneten und zermahlenen Blättern des Hennastrauches gewonnen wird. Je nach Qualität des Pulvers variiert der rötliche Farbton zwischen einem hellen Orange und einem dunklen Rotbraun in Mahagonirot.

Viele Touristen lassen sich als Urlaubserinnerung ein Henna-Tattoo auf die Haut machen. Doch Achtung: Was auf den ersten Blick schön aussieht, birgt Risiken. Wichtige Infos der AOK PLUS!
Viele Touristen lassen sich als Urlaubserinnerung ein Henna-Tattoo auf die Haut machen. Doch Achtung: Was auf den ersten Blick schön aussieht, birgt Risiken. Wichtige Infos der AOK PLUS!

Mit eiweißhaltigen Untergründen (wie Haut, Haare oder Wolle) geht Hennafarbe nach einer Wirkdauer von sechs bis acht Stunden eine dauerhafte Verbindung ein. So wird der rötliche Naturfarbstoff für ornamentale Kunstwerke auf Händen, Armen, Füßen oder anderen Körperteilen genutzt.

Obwohl der exotische Körperschmuck bei Touristen als Henna-Tattoo bekannt ist, handelt es sich nicht um eine Tätowierung: Erstens, weil die Farbe nicht gestochen, sondern aufgetragen wird. Und zweitens, weil Henna-„Tattoos“ – im Gegensatz zu echten Tätowierungen – innerhalb von zwei bis drei Wochen verblassen und schließlich ganz verschwinden. So zumindest die Theorie.

Manche Henna-Tattoos sorgen leider für bleibende und schmerzhafte Erinnerungen

Da es sich bei Henna-Tattoos um temporäre Kurzzeit-„Tätowierungen“ handelt, erfreuen sich die dekorativen Kunstwerke großer Beliebtheit. Von Menschen, die schon immer mal eine entsprechende Körperverzierung haben wollten, aber vor Langzeittätowierungen zurückschrecken, bis zu denen, die einfach nur einer spontanen Urlaubslaune nachgehen: Nicht nur viele Jugendliche und Erwachsene, sondern auch zahlreiche Kids und Teens begeistern sich für die Urlaubserinnerung Henna-Tattoo. Schließlich ist das Auftragen schmerzfrei – und Hennafarbe ein natürlicher Farbstoff, medizinisch grundsätzlich unbedenklich und damit auch für Kinder geeignet. 

Was viele jedoch nicht wissen: Viele „Henna-Künstler“ verwenden kein reines Hennapulver, sondern eine Mischung, die neben dem Naturfarbstoff auch PPD (para-Phenylendiamin) enthält. Dies ist ein schwarzfärbendes Haarfärbemittel, das den Farbton verdunkelt, die Farbintensität verstärkt und die erforderliche Einwirkzeit extrem verkürzt.

Denn selbst wenn man Ferien und dementsprechend Zeit hat: Wer will schon 6 bis 8 Stunden mit der aufgetragenen Henna-Paste herumsitzen und so lange auf das mit Spannung erwartete Ergebnis warten?

Dank PPD geht das Ganze praktischerweise viel, viel schneller: Der ebenso rasch wie intensiv kolorierende Farbstoff sorgt schon nach einer halben bis ganzen Stunde für sichtbare Ergebnisse.

Neben dieser gewollten Wirkung birgt PPD allerdings das Risiko gesundheitsgefährdender bis lebensbedrohlicher Nebenwirkungen: Es kann schwere allergische Reaktionen auslösen, die von leichten Rötungen über unangenehmes Jucken bis zu Schwellungen und Bläschen führen können. Wenn diese nässen oder gar aufplatzen, können sogar dauerhaft sichtbare Narben auf den ursprünglich so schön verzierten Körperstellen zurückbleiben.

Neben irreparablen Hautschäden drohen dauerhafte Leberschäden und weitere Langzeitfolgen, da die Urlaubserinnerung Henna-Tattoo auch zunächst problemlos verlaufen, aber anschließend eine Sensibilisierung gegen PPD auslösen kann.

In diesem Fall treten die Probleme erst später auf, wenn die Urlaubserinnerungen längst verblasst sind. Nämlich dann, wenn die Haut das nächste Mal mit diesem Stoff in Berührung kommt. Der übrigens nicht nur in Färbe- und Druckmitteln, sondern auch in Leder und Textilien enthalten sein kann.

Urlaubserinnerung Henna-Tattoo: So können Sie sich schützen

Damit Sie sich und Ihre Kinder oder andere Mitreisende vor den gefährlichen Folgen eines „PPD-Tattoos“ schützen können, möchte die AOK PLUS Sie aufklären und Ihnen folgenden Sicherheitshinweis mit auf den Weg oder vielmehr auf Ihre Urlaubsreise geben:

Fakt ist: Das Auftragen und Einwirken von natürlicher Hennafarbe dauert sechs bis acht Stunden. Das heißt im Umkehrschluss: Wenn die Urlaubserinnerung Henna-Tattoo schon nach einer halben Stunde bis Stunde fertig sein soll, ist mit Sicherheit der gesundheitsgefährdende Farbstoff PPD enthalten. In diesem Fall sollten Sie sicherheitshalber Abstand davon nehmen und sich lieber ein Souvenir zulegen, das wirklich schöne Erinnerungen verspricht.

Die AOK PLUS – Ihre Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen – wünscht Ihnen eine unvergessliche Urlaubszeit, an die Sie sich Ihr Leben lang gern zurückerinnern!