Gesundheit

Fliegen in der Schwangerschaft

Fliegen in der Schwangerschaft: Was Sie über Flugreisen mit Babybauch wissen sollten

Das Schwangersein ist nicht nur ein einzigartiges Erlebnis, sondern wirft auch viele Fragen auf. Insbesondere dann, wenn es sich um die erste Schwangerschaft handelt. So tauchen neben vielen Fragen rund um die Entwicklung des eigenen Körpers und des darin heranwachsenden Kindes auch Unsicherheiten auf, die die Zukunft betreffen: Wie wird es werden, das Leben zu dritt? Wie werden mein Partner und ich mit unseren neuen Rollen als Mama und Papa umgehen? Und vor allem: Werden wir auch noch ein bisschen Zeit für uns als Paar haben? 

Denn: In der Tat wird durch die Geburt des eigenen Kindes erst einmal das ganze Leben neu definiert und der Alltag neu strukturiert. Insbesondere in den ersten Lebensmonaten dreht sich eigentlich alles nur um das Baby. Deshalb nutzen viele Schwangere und ihre Partner die Monate vor der Entbindung, um Kraft für die kommende Zeit zu tanken und noch einmal einen letzten erholsamen Urlaub in trauter Zweisamkeit zu genießen. Was allerdings schon wieder neue Fragen mit sich bringt: 

Fliegen in der Schwangerschaft: Ist das gefährlich für die Mutter oder das Baby?

Immer wieder hört man, aufgrund der erhöhten kosmischen Strahlen oder des geringeren Sauerstoffgehalts in der Flugzeugluft könnte das Fliegen in der Schwangerschaft ein Risiko für den Fötus darstellen. Alle reiselustigen werdenden Mütter können jedoch aufatmen: Weder die höhere Strahlenexposition noch ein etwaiger Sauerstoffmangel stellen ein Risiko für das Ungeborene dar (Quellen: Bundesamt für Strahlenschutz, Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2001). 

So spricht grundsätzlich glücklicherweise nichts gegen eine Flugreise in der Schwangerschaft. Dennoch müssen Schwangere bekanntlich für zwei denken und sollten sich alles stets doppelt gut überlegen. Vom erhöhten Thrombose-Risiko für die werdende Mutter über eventuelle Belastungen für das Baby bis zur Frühgeburt über den Wolken, die ein Risiko für Mutter wie Kind darstellen würde: Vor dem Antritt einer Flugreise gibt es für Schwangere besonders viel zu bedenken, um sich und das Kind optimal zu schützen. Wenn Sie auf Nummer sicher reisen wollen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:  

Wann ist das Fliegen in der Schwangerschaft verboten? 

Um das Risiko einer Geburt über den Wolken so gering wie möglich zu halten, nehmen viele Fluggesellschaften Schwangere ab der 34., 35. oder 36. Schwangerschaftswoche nicht mehr mit. Frauen, die Mehrlinge erwarten, dürfen bei einigen Airlines bereits ab der 28. Schwangerschaftswoche nicht mehr einsteigen. Andere Flugunternehmen wiederum verlangen ab einer bestimmten Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest über die Unbedenklichkeit einer Flugreise aus medizinischer Sicht. 

Deshalb: Informieren Sie sich vor der Reisebuchung über die jeweiligen Bedingungen Ihrer anvisierten Fluggesellschaft und treten Sie Ihre Urlaubsreise grundsätzlich lieber zu früh als zu spät an. Allerdings auch nicht zu früh, denn im ersten Trimester wird vom Reisen eher abgeraten. Schließlich befindet sich der Embryo in dieser Zeit in einem hochsensiblen Entwicklungsstadium und ist dementsprechend empfindlich. Grundsätzlich gilt übrigens: Das zweite Trimester der Schwangerschaft ist die beste Zeit zum Verreisen!

Dürfen Schwangere in jedes Land einreisen?

Fliegen in der Schwangerschaft: Viele werdende Eltern wollen vor der Entbindung noch einen letzten erholsamen Urlaub zu zweit genießen. Die AOK PLUS bietet viele wissenswerte Informationen!
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Nur weil eine Fluggesellschaft Sie transportiert, heißt das natürlich noch lange nicht, dass Sie in das Zielland auch einreisen dürfen. In dieser Hinsicht herrschen in unterschiedlichen Reiseländern unterschiedliche Gesetze, so dass Sie sich unbedingt vor Reiseantritt bzw. -buchung über die jeweiligen Bestimmungen Ihres Reiselandes informieren müssen. Für eine Einreise in die USA beispielsweise benötigen Sie einen Nachweis Ihrer Krankenversicherung sowie die Erklärung, nach Ende Ihrer Urlaubsreise in Ihr Herkunftsland zurückzukehren. 

Fliegen in der Schwangerschaft: Wie lange bzw. wie weit darf es sein?

Grundsätzlich gilt beim Reisen: Je weiter das Ziel entfernt ist, desto mehr unterscheiden sich die Lebensbedingungen des Zielortes von denen des Herkunftslandes. Zum Beispiel in Sachen Klima, Ernährung oder gesundheitliche Risiken durch exotische Krankheitserreger. Insofern gilt insbesondere in der Schwangerschaft mehr denn je die Devise: Weniger ist mehr – und das Gute liegt so nah. Zumal für manche Urlaubsländer verschiedene Schutzimpfungen empfohlen werden oder gar für die Einreise vorgeschrieben sind. 

Außerdem sind schwangere Frauen einem erhöhten Thromboserisiko ausgesetzt: Je länger die Flugzeit, desto höher das Risiko. Deshalb sollten Weitstreckenflüge nach Möglichkeit vermieden werden. Auf jeden Fall sollten Schwangere beim Fliegen neben leichter, bequemer und locker sitzender Kleidung unbedingt Kompressionsstrümpfe tragen. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung sind auf Flugreisen für Schwangere Pflicht.

Fliegen in der Schwangerschaft: Was tun bei Übelkeit?

Viele Schwangere leiden an der sogenannten Schwangerschaftsübelkeit. Das geht oft mit Erbrechen einher, was nicht nur für die betreffende Frau, sondern auch für die Mitreisenden unangenehm werden kann. Vor allem, wenn noch eine klassische Reiseübelkeit hinzukommt. 

Darüber hinaus bekommt die mit Fruchtwasser gefüllte Gebärmutter beim Starten und Landen eine gewisse Eigendynamik, was ebenfalls zu Übelkeitsattacken führen kann. Es empfiehlt sich deshalb, nach Absprache mit dem Frauenarzt mit Hilfe spezieller Akupressurbänder vorzubeugen und/oder für Schwangere geeignete Medikamente gegen Übelkeit dabei zu haben. Apropos: 

Diese Medikamente sollten Sie im Handgepäck haben 

Welche Medikamente sollten Schwangere bei Flugreisen im Handgepäck haben? Natürlich alle, die sie benötigen oder benötigen könnten. So gehört alles, was in die normale Hausapotheke gehört, selbstverständlich auch in die Reiseapotheke (vorausgesetzt, die Medikamente sind für Schwangere geeignet). 

Darüber hinaus sollten Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und lieber zu viel als zu wenig dabeihaben. Am besten, Sie erstellen zusammen mit Ihrem Gynäkologen eine Liste der mitzuführenden Medikamente. 

Aber Achtung: Bitte beachten Sie die Sicherheitsvorschriften für Handgepäck. Führen Sie keine Gefäße mit sich, die mehr als 100 ml Flüssigkeit enthalten. Für verschreibungspflichtige Medikamente, Spritzen & Co. sollten Sie eine entsprechende Bescheinigung Ihres Arztes mitnehmen. 

Fliegen in der Schwangerschaft: Darf/muss man sich trotz Babybauch anschnallen?

Selbstverständlich gilt die Anschnallpflicht bei Start und Landung auch für Schwangere. Allerdings sollte der Gurt nicht quer über den Babybauch gelegt, sondern unterhalb des Bauches platziert werden. Falls die Länge des Gurtes nicht ausreichen sollte, verfügen manche Fluggesellschaften über eine entsprechende Gurtverlängerung. Wer einen extrem großen Bauchumfang hat, sollte sich also vorher bei der Fluggesellschaft informieren und an Bord von den Flugbegleitern helfen lassen. 

Wann Sie generell vom Fliegen in der Schwangerschaft absehen sollten

Falls im Verlauf Ihrer Schwangerschaft Komplikationen oder sonstige Auffälligkeiten aufgetreten sind, sollten Sie lieber in kein Flugzeug steigen. Ob ungewöhnliche Wehentätigkeiten, starke Kreislaufprobleme oder Risikoschwangerschaften mit erhöhtem Blutdruck: Sobald es auch nur die geringsten Bedenken gibt, gehen Sie besser kein Risiko ein und nehmen Sie von Flugreisen Abstand. Das gilt auch für alle Schwangeren, in deren Vorgeschichte es bereits Frühgeburten, Fehlgeburten oder sonstige Schwangerschaftskomplikationen gegeben hat. Bitte sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Gynäkologen über etwaige Reisepläne.

Checkliste und weitere gute Tipps zum Thema Flugreisen in der Schwangerschaft

  • mit dem Arzt Ihres Vertrauens über Ihre Reisepläne sprechen (Ziel, Zeitpunkt etc.)
  • bei der Fluggesellschaft die Beförderungsbedingungen checken
  • über die Einreisebestimmungen des Ziellandes erkundigen
  • vorab über die medizinischen Versorgungsmöglichkeiten am Zielort informieren
  • eine Auslandskrankenversicherung abschließen
  • sicherheitshalber eine Reiserücktrittsversicherung abschließen
  • beim Check-in einen Platz mit mehr Beinfreiheit wählen – am besten am Gang wegen der vermehrten Toilettengänge
  • beim Reisen lockere, bequeme Kleidung und Kompressionsstrümpfe (gegen Thrombose) tragen
  • Mutterpass mitführen
  • viel trinken, um eine bessere Blutzirkulation zu ermöglichen und den Kreislauf anzukurbeln
  • ausreichend bewegen, um den Kreislauf in Schwung zu halten und der Thrombosegefahr entgegen zu wirken
  • und zu guter Letzt: Nutzen Sie die Urlaubsreise, um sich wirklich zu entspannen und neue Kraft zu schöpfen. Dazu gehört auch: Ersparen Sie sich anstrengende Sightseeing-Touren, wenn Ihnen eigentlich eher nach Relaxen ist. Tun Sie lieber genau das, was Sie tun möchten: Erholen Sie sich, haben Sie Spaß und genießen Sie Ihren Urlaub!

Gut zu wissen: Die AOK PLUS bietet für Schwangere einfach mehr

Die Schwangerschaft ist ein besonders guter Grund für einen Wechsel zur AOK PLUS: Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen bietet nämlich weitaus mehr als die gesetzlichen Mindestleistungen. Neben der Kostenübernahme aller erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der Schwangerschaft (einschließlich Test auf Schwangerschaftsdiabetes) gibt es bei der AOK PLUS das SchwangerschaftPLUS Paket: Hier erhalten Schwangere bis zu 500 Euro Budget für die Inanspruchnahme besonderer Leistungen wie beispielsweise für die Mehrkosten alternativer Zahnfüllungen während der Schwangerschaftsmonate. 

Auch die Kosten für die individuelle Begleitung durch eine Hebamme während der Schwangerschaft, Geburt und ersten Zeit mit dem Säugling werden selbstverständlich von der AOK PLUS übernommen. Und damit Sie sich optimal auf die Geburt vorbereiten können, gibt es für alle AOK PLUS versicherten Schwangeren einen kostenlosen Geburtsvorbereitungskurs. 

Für nähere Informationen nutzen Sie unter 0800 1059000 bitte unsere kostenlose Service-Hotline, die rund um die Uhr für Sie da ist. Oder kommen Sie einfach direkt in einer unserer über 140 Filialen vorbei, die es in Sachsen und Thüringen gibt: Bei der AOK PLUS sind Sie immer herzlich willkommen!