Gesundheit

Allergien im Urlaub

Allergien im Urlaub: Was tun, wenn es plötzlich juckt und kratzt

Das ganze Jahr freuen sich alle Arbeitnehmer auf den Urlaub – und dann vermiesen Allergien manchen von ihnen die Erholung. Vorbeugung wäre definitiv besser gewesen. Doch im Urlaub kann man nicht an alles denken, was eventuell eine allergische Reaktion nach sich ziehen könnte.

Wer denkt schon bei einem harmlosen Henna-Tattoo an Allergien im Urlaub? Lediglich ihre Sonnenallergie ist den meisten Betroffenen schon bekannt. Diese Hautreaktion tritt alljährlich nach längerer Sonneneinstrahlung auf. Daher kann man vorbeugen. Gegen unbekannte Einflüsse können sich Menschen, die noch nie allergisch auf bestimmte Substanzen reagiert haben, aber kaum schützen.

Was ist eine Mallorca-Akne (Sonnen-Akne)?

An sich ist diese vermeintliche „Akne“ völlig falsch bezeichnet. Es handelt sich nämlich gar nicht um eine Akne, auch wenn Betroffene beim Blick in den Spiegel einen pubertierenden Streuselkuchen zu sehen meinen. Die eitrigen Knötchen und entzündeten Mitesser, die typischerweise bei Akne-Erkrankungen auftreten, sind jedoch nicht zu entdecken. Es handelt sich vielmehr um einen juckenden Ausschlag, der mit geröteten Flecken auf der Haut einhergeht. Oftmals taucht dieser Ausschlag einige Zeit nach ausgiebigen Sonnenbädern auf.

Ausgerechnet an den Stellen, die jeder sehen kann, hat die Sonneneinstrahlung ihre Spuren hinterlassen. Dabei hatten sich die Betroffenen zuvor mit fetthaltigen Sonnencremes geschützt. Doch gerade die Kombination aus langen Sonnenbädern und fetthaltigen Sonnencremes sorgt für die Sonnen-Akne. Fachleute wissen nicht genau, warum die Kombination aus UV-Strahlen und bestimmten Inhaltsstoffen in Sonnenschutzmitteln ursächlich für die juckende Verunstaltung der Haut ist. Sie erkennen in der Sonnen-Akne keine Allergie, sondern eine lichtbedingte Hautreaktion.

Ältere Menschen meiden längere Sonnenbäder wegen der Hautkrebsgefahr eher. Sie tragen Shirts mit UV-Schutz oder langen Ärmeln. Ältere Mitmenschen brutzeln meist nicht so lange in der Sonne wie das bräunungswillige Jungvolk. Daher betrifft die Mallorca-Akne vornehmlich junge Menschen, vor allem Frauen. Die Altersgruppe der Zwanzig- bis Vierzigjährigen ist am häufigsten von Sommer-Akne betroffen. Als potenziell betroffene Flächen sind Dekolleté, Brustbereich und Schultern zu nennen. Alles, was darunter liegt, wird meist ausgespart. Oftmals reicht schon das erste Sonnenbad des Urlaubs, um zu unschönen Hautausschlägen zu führen.

Es hilft auch nichts, sich hinter einer Fensterscheibe zu schützen. Glas lässt das auslösende UV-A-Licht durch. Fensterscheiben filtern nur UV-B-Licht. Die Sonnen-Akne kann Pechvögel also auch erwischen, wenn sie eine längere Autobahnfahrt hinter sich haben. Idealerweise düst man im Sommer nachts gen Süden.

Was kann man tun?

Wichtig ist, lichtbedingte Reaktionen der Haut zu vermeiden. Sich Zuhause vorzubräunen, kann hilfreich sein. Die stark juckenden Hautreaktionen bei der Sonnen-Akne können sehr lästig werden. Wenn die Sonne in den folgenden Tagen gemieden wird, klingen die Beschwerden nach einiger Zeit wieder ab.

Kühlende und Juckreiz stillende Hautcremes oder Cool Packs können helfen, den Juckreiz zu lindern. Auf keinen Fall sollten Betroffene dem Juckreiz mit Kratzen begegnen. Fetthaltige Hautcremes wirken eher kontraproduktiv. Vorsichtshalber sollte ein örtlicher Hautarzt aufgesucht werden. Es könnte sich nämlich um eine photoallergische Dermatitis (z. B. durch Johanniskraut) oder um eine durch Kosmetik-Inhaltsstoffe bedingte Akne handeln.

Bei schweren Fällen von Sommer-Akne kann der Hautarzt Kortison-haltige Präparate und Antihistaminika verordnen. Nicht identisch ist die Mallorca-Akne übrigens mit der unten beschriebenen Sonnenallergie.

Andere Allergien im Urlaub

Potenziell können Urlauber durch zahlreiche Auslöser allergisch reagieren. Allergische Reaktionen sind im Sommerurlaub dadurch erklärbar, dass andere Lebensmittel gegessen werden. Die Betroffenen kommen urlaubsbedingt mit anderen als den gewohnten Dingen in Berührung.

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Üblicherweise kaufen Menschen beispielsweise keine losen Gewürze in einem Basar. Sie trinken Zuhause andere Weine, die weniger geschwefelt sein können. Nach dem Genuss gepanschter Spirituosen wäre ein nachfolgender Allergie-Vorfall noch die harmloseste Reaktion. Wird am Urlaubsort erstmals ein harzig schmeckender griechischer Retsina genossen, oder ein chinesischer Pflaumenwein, welcher jede Menge schweflige Säure enthält, kann es zu Ausschlag und allergischen Reaktionen kommen. Die Reaktionen müssen nicht notwendigerweise nur auf der Haut stattfinden. Sie können sich auch als Magenschmerzen, Durchfall oder Kopfschmerzen äußern.

Allergische Erscheinungen treten häufiger nach dem Verzehr von größeren Mengen Austern, Muschelgerichten oder Krebsen auf. Hier kann es sich sogar um eine lebensbedrohliche Eiweiß-Allergie handeln. Außerdem können exotische Basar-Gewürze allergische Reaktionen auslösen. Oftmals sind lose Gewürze durch Schimmelpilzsporen, Schwermetalle oder Pestizide verunreinigt. Exotische Früchte sollten nicht genossen werden, wenn Zweifel am hygienischen Umgang damit bestehen. Bei asiatischem Essen reagieren viele Menschen auf das enthaltene Glutamat mit Hautjucken, Durchfall und Kopfschmerzen.

Zu allergischen Reaktionen mit nachfolgenden Schwellungen und Entzündungen kann es auch durch den Stich oder Biss eines Insekts kommen. Manche Menschen reagieren auf Kontakt mit bestimmten Pflanzen mit allergischen Symptomen. In vielen Urlaubsregionen bieten Hotel-Frisiersalons Henna-Tattoos an. Viele Urlaubsgäste gönnen sich dieses vermeintlich harmlose Vergnügen. Die Wirkung des mit P-Phenylendiamin (PPD) versetzten schwarzen Hennapulvers setzt erst Tage später ein. Es kommt zu Rötungen und regelrechten Verätzungen. Da vergängliche Tattoos mit rotem Hennapulver schneller verblassen, wird das schwarze Hennapulver mit der Chemikalie versetzt. Diese ist in Deutschland verboten, in vielen Reiseländern jedoch nicht. Selbst wenn behauptet wird, es sei kein PPD enthalten, muss das nicht stimmen.

Die Sonnenallergie

Hier ist es zunächst einmal wichtig, den Unterschied zwischen Sonnen-Akne und einer durch Sonneneinstrahlung eintretenden allergischen Reaktion zu kennen.

Die allergische Reaktion auf intensive Sonneneinstrahlung setzt bereits im Frühjahr ein. Die Betroffenen spüren Hautkribbeln, wenn sie sich längere Zeit ohne Sonnenschutz in der Natur bewegen.

Wer längere Zeit Johanniskraut-Präparate eingenommen hatte, wird dadurch lichtempfindlicher. Das kann sich auch auf der Haut auswirken. Johanniskraut-Präparate sollten etwa zwei Monate vor Urlaubsbeginn abgesetzt werden. Die allergische Reaktion auf intensive Sonneneinstrahlung tritt bei empfindlichen Menschen jeden Sommer auf. Man kann ihr mit der frühzeitig begonnenen Einnahme von Kalzium sowie durch Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor von mindestens 50 begegnen.

Im Unterschied dazu tritt die Sonnen-Akne nicht unmittelbar durch die Sonneneinstrahlung auf. Sie entsteht durch die Kombination von Sonnenbad und fetthaltigen Sonnenschutzcremes. Möglicherweise sind auch bestimmte Emulgatoren daran beteiligt, dass es zu allergischen Hautreaktionen kommt.

Sonnenfans sollten das Hautkrebs-Screening nutzen

Sonnenbäder haben oft unschöne Folgen. Neben allergischen Erscheinungen und Sonnenbrand ist Hautkrebs eine unterschätzte Gefahr. Immer mehr Menschen erkranken daran. Laut Schätzungen der WHO erkranken alljährlich zwei bis drei Millionen Sonnenhungrige weltweit an hellem Hautkrebs. Alljährlich sind außerdem über 250.000 Menschen von schwarzem Hautkrebs betroffen. Gute Heilungschancen bestehen nur, wenn die kostenfreie Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung regelmäßig genutzt wird.

Tiefe Sonnenbräune kostet am Ende einen hohen Preis. Ausgedehnte Sonnenbäder sollten gemieden werden. Die Haut sollte bei Spaziergängen am Wassersaum weitgehend bedeckt werden. Schattige Plätze sind zu bevorzugen. Die benutzte Sonnencreme sollte mindestens einen Lichtschutzfaktor von 30 haben. Wer seine Leberflecke regelmäßig auf Veränderungen absucht, ist auf der sicheren Seite. Asymmetrische Leberfleck-Veränderungen mit verwaschen wirkenden Rändern können auf ein malignes Melanom hinweisen. Dieses kann sich heller oder dunkler verfärben. Flecken mit einem Durchmesser von zwei Millimetern sind potenziell vom Arzt zu begutachten.

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